March 1951

Die allererste Rock'n'Roll-Platte


«Rocket 88» von Ike Turner, mit Jackie Brenston als Sängerin, gilt als die erste Platte dieses Genres, die veröffentlicht wurde. Denn wenn Rock’n’Roll durch dominante Gitarren, Blues-Elemente, Rhythmus, rohe Emotionen, rebellische Untertöne und verzerrte Gitarren definiert wurde, enthält die Platte alle Zutaten eines Rock’n’Roll-Songs.

July 1954

Elvis Presley verkörpert Rock'n'Roll


Ein grosser Tag für den Rock’n’Roll. Elvis Presley, 19-jährig, nimmt in den Sun Studios in Memphis «That’s All Right Mama» auf und erfüllt dem Produzenten, Sam Phillips, damit den Traum, «einen Weissen zu finden, der wie ein Schwarzer singt». Es gab schon zuvor Rock’n’Roll-Platten, fast alle von schwarzen Künstlern, aber in diesem Moment findet ein Weisser ihre perfekte Verkörperung.

July 1955

«Maybellene» - bahnbrechend für Rocksongs


Der von Chuck Berry geschrieben und aufgenommene Song «Maybellene», war Berrys erster Single-Hit und gilt als einer der bahnbrechenden Rocksongs überhaupt. Berrys Gitarren- und Songwriting-Stil durchdringt die Musik der Beatles, Bob Dylan, der Rolling Stones, der Beach Boys und Bruce Springsteen. Dies war der erste Song, in dem die Rock’n’Roll-Gitarre zum Einsatz kam, behauptete das Rolling Stone Magazin. Neben dem grossen Einfluss auf den Rock’n’Roll, überbrückte der Song auch eine Kluft, welche zu jener Zeit zwischen dem schwarzen und weissen Publikum des Musikgenres bestand.

March 1956

Anfänge der Konzeptalben


Frank Sinatra beschloss bei «Songs for Young Lovers», dass sein Album um ein zentrales Thema herum aufgebaut sein sollte. Das war grundsätzlich das erste Mal, dass ein Künstler ein «Konzeptalbum», ein Album, bei dem die einzelnen Titel zusammen eine grössere Bedeutung haben als für sich allein, erstellte. In der Regel geschieht dies mit einer zentralen Erzählung oder einem Thema, sei es instrumental, kompositorisch oder lyrisch.

May 1956

Johnny Cash geht der Linie entlang


Der «Man in Black» wurde nicht mit einer auf die Schultern geschnallten Gitarre geboren, jedoch mit einer Stimme, die aus den Tiefen der Erde dröhnte. Seine Liebe zur Musik machte ihn zu dem Musiker, der einen seiner grössten Songs, «I Walk the Line», kreieren sollte. Als spiritueller Mensch war Cash daran interessiert, spirituelle, vom Gospel beeinflusste Musik zu schreiben, doch seine Plattenfirma war von dieser Idee nicht begeistert. Cash fand jedoch einen Weg, das zu umgehen. Es heisst, Cash habe «I Walk the Line» in 20 Minuten geschrieben, ein Lied, das seine Treue zu seiner ersten Frau symbolisieren sollte, während er in den 50er Jahren mit Elvis auf Tour war.

June 1956

Elvis Presley's erster Hüftschwung


Hüften lügen nicht. Das war 1956 sicherlich der Fall, als ein aufstrebender junger Rock'n’Roller namens Elvis Presley im Fernsehen auftrat und Dinge mit seinen unteren Körperteilen tat, die die Nation empörten. Obwohl der «King of Rock’n’Roll» schon früher in der «Milton Berle»-Show aufgetreten war, war es das erste Mal, dass er sein berühmtes Becken in einem solchen Ausmass entfaltete, als er sich wie ein Hula-Hoop-Reifen drehte, während er seinen Hit «Hound Dog» sang. Mit diesem Auftritt war das Markenzeichen von Elvis geboren.

September 1957

Uraufführung der «West Side Story»


Das US-amerikanische Musical «West Side Story» wurde am Broadway uraufgeführt. Die Musik stammt von Leonard Bernstein, die Gesangstexte von Stephen Sondheim und das Buch von Arthur Laurents. Im Musical geht es um zwei Jugendbanden, die «Jets», die in den USA Geborenen, und die «Sharks», die Zugewanderten, welche auf der Bühne erbittert um die Vorherrschaft kämpften. «Im ganzen Stück werden die ‹Jets› hauptsächlich durch den Jazz charakterisiert, während die gegnerische Gang, die Puerto-Ricaner, durch ihre lateinamerikanische Musik charakterisiert sind», erklärt Christoph Wohlleben, der seit drei Jahrzehnten Musicals dirigiert.

August 1958

Billboard führt Hot-100-Charts ein


Die Zeitschrift «Billboard» veröffentlicht wöchentlich die Billboard-Hot-100, was die Standard-Rekordcharts der Musikindustrie in den Vereinigten Staaten für Songs sind. Die Chartplatzierungen basieren auf den Verkäufen (physisch und digital), der Radioausstrahlung und dem Online-Streaming in den Vereinigten Staaten. Der erste Nummer-1-Song der Billboard-Hot-100 war «Poor Little Fool» von Ricky Nelson.

October 1958

Elvis in Armee eingezogen


Im Alter von 23 Jahren wurde Elvis Presley von der Armee eingezogen und für eineinhalb Jahre in Deutschland stationiert. Zu diesem Zeitpunkt war die sexuelle Energie, welche Elvis ausstrahlte, immer noch der Grund für ein moralisches Chaos in der Bevölkerung. Als Elvis jedoch zwei Jahre später aus der Armee entlassen wurde, wirkte er mehr altmodisch und entmannt. Dies wurde auch durch den Moment gefestigt, in dem Elvis die aufgeblasene Schnulze «it’s Now or Never» veröffentlichte.

February 1959

Buddy Holly stirbt bei Flugzeugabsturz


Einer der jüngsten und strahlenden Stars des Rock’n’Rolls, Buddy Holly starb bei einem Flugzeugabsturz 22-jährig. Mit im Flugzeug sassen auch Ritchie Valens und J. P. «Big Bopper» Richardson. Alle Insassen des Flugzeugs starben auf der Stelle, was die Zukunft der Musik für immer veränderte. Die drei Künstler befanden sich in ihrer Blütezeit oder standen am Anfang ihrer Karriere, wobei sie einen Musikkatalog hinterliessen, der Sänger und Bands über Jahrzehnte hinweg beeinflussen sollte.

May 1959

Die erste Grammy-Verleihung


In einem mit Stars gespickten Los Angeles fand die erste Grammy-Verleihung statt und wurde von der National Academy of Recording Arts & Sciences (NARAS) präsentiert. Im Grand Ballroom des Beverly Hilton versammelten sich die Stars und Sternchen zu einem Galadinner und der Preisverleihung. Insgesamt wurden 28 Preise, unteranderem an Frank Sinatra, verliehen. Gemäss Christine Farnon, einer der Hauptorganisatorinnen der Show, welche später Executive Vice President der Academy wurde, waren die Grammy Awards von Anfang an eine formelle Veranstaltung und sehr zeitgemäss. «Wenn ich mich recht erinnere, hatte damals niemand etwas dagegen, im Smoking zu erscheinen, aber das sollte sich, wie so vieles andere auch, später ändern.», führte Farnon fort.

September 1960

Erster Hit des Tamla-Motown-Labels


Als «Shop Around» von The Miracles veröffentlicht wurde, war es der erste von vielen Hits des Tamla-Motown-Labels. Das Pop-Soul-Label, welches in Downtown Detroit ansässig war und Berry Gordy gehörte, wurde später als Hit Factory bezeichnet. Das Label prägte das pop-Jahrzehnt mehr als jedes andere Label und produzierte mehr als 100 Singles von Künstlern wie Stevie Wonder, den Supremes und den Temptations.

October 1962

James Brown: Live im Apollo


Das Album «Live at the Apollo» von James Brown war das erste millionfach verkaufte R&B-Album und eine Momentaufnahme von einem der grössten Soul-Acts. Durch das Album etablierte sich Brown als R&B-Superstar, worauf das Album im Jahr 1998 in die Grammy Hall-of-Fame aufgenomen wurde, und 2003 vom Rollig Stone Magazin auf Platz 25 seiner Liste der 500 besten Alben aller Zeiten gesetzt wurde.

March 1963

Patsy Cline starb bei Flugzeugabsturz


Ihr Erbe als eines der grössten Gesangstalente des 20. Jahrhunderts sicherte sich Patsy Cline, indem sie den Charme des Countrys mit der Kühnheit der Grossstadt zu einer herausragenden Stimme verschmolz. Cline war ebenso versiert in üppig instrumentierten Popstandards als auch in Honky-Tonk-Schlagern. Die posthumen Veröffentlichungen «Sweet Dreams (of You)» und «Faded Love» hielten Cline, auch nach ihrem Tod bei einem Flugzeugabsturz, im Rampenlicht. Ihre legende blühte tatsächlich erst in den Jahrzehnten nach ihrem Ableben auf. Im Jahr 1973 wurde Cline als erste weibliche Solokünstlerin in die Country Music Hall-of-Fame aufgenommen.

August 1963

Die Anfänge der Mixtapes


Dank der Erfindung und Veröffentlichung von Audiokassetten war es möglich eigene Mixtapes mit seinen Lieblingssongs zu erstellen. Damals etwas des Romantischsten, was man tun konnte, um jemandem zu schenken. Vorgestellt wurde die neue Technologie von Phillips auf der Berliner Funkausstellung. Audiokassetten oder Tonbänder, boten mehr Tragbarkeit und waren viel preiswerter und weniger umständlich als die Spulenrekorder. Somit konnte Musik aufgenommen werden, ohne darauf geschult zu sein. Im Grunde wurde jeder Musikliebhaber zum Amateur-DJ.

February 1964

Die Beatles erobern Amerika


Die Beatles, die in Europa bereits die beliebteste Popgruppe waren, traten Anfang 1964 in der Fernsehshow von Ed Sullivan auf. Obwohl es schwierig war, den Auftritt über das Geschrei der Teenager-Mädchen im Studiopublikum zu hören, schalteten schätzungsweise 73 Millionen US-Fernsehzuschauer, also etwa 40 Prozent der US-Bevölkerung, ein, um zuzusehen. Kurz darauf landete das britische Rock'n'Roll-Quartett mit ihrem Song «I Want to Hold Your Hand» seinen ersten Nummer-1-Hit in den USA. Im März 1964 belegten sie in Amerika die ersten fünf Plätze der Charts. Die Beatlemania hatte Amerika definitiv erreicht.

September 1964

Der erste gitarrenschlagende Rockkünstler


Etwas vom ikonischsten des Rock’n’Rolls ist es, wenn der Frontmann seine Gitarre zerschlägt. Pete Townshend von The Who war der erste, der seine Gitarre zerschlug. Die erste Zertrümmerung seiner Gitarre nahm das Rolling Stone Magazin in ihre Liste der «50 Momente, die den Rock’n’Roll veränderten» auf. Zu seinem ersten Gitarrenschlag sagte Townshend in einem Interview mit dem Rolling Stone folgendes: «Beim ersten Mal geschah es ganz zufällig. Wir spielten in einem Club, in dem wir jeden Dienstag auftraten, und ich spielte auf der Gitarre, und ich schlug sie gegen die Decke. Sie zerbrach, und ich war schockiert, weil ich nicht darauf vorbereitet war... Ich erwartete, dass alle sagen würden: ‹Wow, er hat seine Gitarre zerbrochen›, aber niemand tat etwas, was mich irgendwie wütend machte, und ich war entschlossen, dieses kostbare Ereignis beim Publikum bekannt zu machen. Ich machte eine grosse Sache daraus, die Gitarre kaputt zu machen. Ich sprang damit über die ganze Bühne, warf die Teile auf die Bühne, nahm meine Ersatzgitarre und machte weiter, als ob ich es wirklich tun wollte.»

December 1964

Sam Cooke wurde erschossen


Der in Chicago aufgewachsene Sam Cooke war ein wichtiger Architekt der Soulmusik, der es schaffte, Gospel und Pop miteinander zu verbinden und somit Generationen von Sängern beeinflusste. Als Mitglied von The Soul Stirrers wurde er in den 1950er Jahren zum Gospel-Star, bevor er mit dem Klassiker «You Send Me» einen Nummer-1-Hit landete. In den frühen Sechzigern war er in den Top 40 vertreten, als seine Karriere, bei einem noch immer umstrittenen Vorfall, im Dezember 1964 beendet wurde. Eine Hotelmanagerin behauptete, sie hatte den Sänger in Notwehr erschossen, nachdem er angeblich versucht hatte, eine 22-jährige Frau zu vergewaltigen und sich dann gegen sie gewandt hatte. Der Gerichtsmediziner entschied, dass es sich um einen gerechtfertigten Mord handelte, aber die Umstände der Schiesserei waren nach wie vor unklar. Elf Tage nach seinem Tod wurde Cooke's grösster Song «A Change Is Gonna Come» veröffentlicht. Er basierte auf seiner eigenen Erfahrung, als er aus einem Motel in Louisiana, das nur Weissen vorbehalten war, abgewiesen wurde, und wurde zu einer Hymne der Bürgerrechte und zu einem der Meilensteine der 1960er Jahre.

February 1965

Jazzlegende verliert gegen den Krebs


Nat King Cole trat noch so lange wie möglich auf, bis er den Kampf gegen den Lungenkrebs verlor nach monatelanger Krankheit. Im September des vorherigen Jahres litt Cole an Rückenproblemen, woraufhin er bei einem Auftritt in Las Vegas zusammenbrach. Es wurde ein bösartiger Tumor in seiner Lunge festgestellt, als er sich in ärztliche Behandlung begab und ihm wurde berichtet, dass er Lungenkrebs im Endstadium hat. Trotzdem nahm Cole weiter Musik auf und ging ins Studio, um mit einem Orchester zu singen. Die Aufnahmen wurden noch vor seinem Tod auf dem Album «L-O-V-E», benannt nach einem seiner berühmten Songs, veröffentlicht.

May 1965

LSD kommt auf die Strasse


Der Chemiker Augustus Stanley Owsley III. fertigte im Mai 1965 das erste selbsthergestellte LSD her. Das Halluzinogen, veränderte die Popkultur in den folgenden zwei Jahren dramatisch, machte San Francisco zum Zentrum der Hippiebewegung und brachte Pet Sounds sowie ein ganzes Genre namens «Acid Rock» hervor.

May 1965

«(I Can’t Get No) Satisfaction»


Das berühmteste Riff der Rockgeschichte wurde von Keith Richards kreiert und ein immer noch jugendlicher Mick Jagger klingt plötzlich gelangweilt und gereizt. Als Die Rolling Stones «(I Can’t Get No) Satisfaction» veröffentlichten, war der Moment, in dem die Gruppe ihre amerikanischen Einflüsse hinter sich liessen. Rückblickend war es ein Vorzeichen für die Auflösung der Band, die noch kommen sollte.

July 1965

«Like a Rolling Stone» von Bob Dylan


Der Bewusstseinsstrom-Song von Bob Dylan ist sechs Minuten lang und beendete die Ära der weniger als dreiminütigen Popsongs. Der Song markiert den Höhepunkt, anhaltend von 1965 bis 1966, von Dylans intensivster Schaffensperiode. Es war auch die Geburtsstunde des modernen Rocksongs, wie wir ihn kennen.

July 1965

Bob Dylan spielt elektrische Gitarre


Bob Dylan betrat die Bühne des Newport Folk Festival in Lederjacke und Sonnenbrille und die Hölle brach los, als er eine E-Gitarre umklammerte. Die Absichtserklärung war direkt und provokativ, als er seine akustische Gitarre zugunsten einer elektrischen aufgab. Während das Publikum johlte, brachte Dylan schliesslich Rock- und Folkmusik näher zusammen. Ausserdem verlieh er dem Rock'n'Roll, der damals für seine meist leichten Texte bekannt war, eine intellektuellere, poetische Sensibilität.

December 1965

The Who: «My Generation»


Pete Townshend trug Union-Jack-Anzüge, zertrümmerte seine Gitarre und schrieb Songs, die die steigende Frustration der Teenager perfekt einfingen. The Who waren die aggressivste und künstlerischste britische Popgruppe Mitte der sechziger Jahre. The Who’s «My Generation» ist nach wie vor einer der Schlüsselmomente der britischen Popmusik.

February 1967

Verhaftung der Rolling Stones


Anfang des Jahres 1967 untermauerten die Rolling Stones ihren Ruf als Rock’n’Roll-Outlaws (gesetztlose), als Mick Jagger und Keith Richards verhaftet wurden. Die beiden Bandmitglieder befanden sich in Richards Villa im Besitz von Haschisch und Amphetaminen. Vor Gericht wurde Richards zu einem Jahr und Jagger zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, was zu dem berühmten Leitartikel der Times führte: «Who breaks a butterfly on a wheel?».

December 1967

Otis Redding stirbt bei Flugzeugabsturz


Es war ein Meilenstein in der Geschichte der Popmusik, als Otis Redding's unglaublicher Auftritt beim Monterey Pop Festival, nur sechs Monate vor seinem Tod, einem staunenden und elektrisierten weissen Rockpublikum die Soulmusik näherbrachte. Am 10. Dezember 1967 starb Redding bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Madison, Wisconsin, wo er an diesem Abend auftreten sollte. Zu dieser Zeit war Redding gerade dabei, die Aufnahmen von «(Sittin' On) the Dock of the Bay» abzuschließen. Ein «Folk-Soul»-Monument, das die rassistische und soziale Verheissung jenes Auftritts in Monterey in einen der kraftvollsten Songs aller Zeiten verwandelte. Redding etablierte sich mit Hits wie «Try A Little Tenderness» und seiner knallharten Coverversion von «Satisfaction» von den Rolling Stones als lebendige Kraft des R&B. «Elvis war der König des Rock», sagte Steve Cropper von Booker T & the MGs, dem nach Reddings Tod die Aufgabe zufiel, die endgültige Version von «Dock of the Bay» zu mischen, «Otis war der König des Soul».

January 1969

The Beatles letzter öffentlicher Auftritt


Eine der einflussreichsten Musikgruppen aller Zeiten hatte am 29. Januar 1969 ihren letzten öffentlichen Auftritt: Sie geben ein improvisiertes Konzert auf dem Dach ihres Londoner Aufnahmestudios. Nachbarn beschwerten sich über den Lärm, und die Polizei brach das Konzert ab. John Lennon beendete den Auftritt mit den Worten: «Ich möchte mich im Namen der Gruppe und von mir selbst bedanken und hoffe, dass wir das Vorspielen bestanden haben.» Im April 1970 gab Paul McCartney formell die Auflösung der Gruppe bekannt.

February 1969

Johnny Cash tritt im Gefängnis auf


Die Öffentlichkeit liebt Johnny Cash dafür, dass sich der «Man in Black» nicht an Regeln hielt und sich ausserhalb des Gesetzes bewegte und immer wieder damit in Konflikt geriet. Cash sympathisierte mit Gefängnisinsassen und setzte sich für eine Gefängnisreform ein. In den 1950er Jahren besuchte er sogar Gefängnisse und trat dort auf. Doch es war ein magischer Moment, als Cash am 24. Februar 1969 live im kalifornischen San Quentin-Gefängnis auftrat. Cash führte die widerspenstige Häftlingsschar mit einem energiegeladenen, rebellischen und im Grunde karrierebestimmenden Set an, auch weil er sich darüber ärgerte, dass ein britisches Filmteam das Konzert filmte.

July 1969

Brian Jones leblos im Pool gefunden


Das Gründungsmitglied, Brian Jones, der gemeinsam mit Mick Jagger und Keith Richards die Rolling Stones gründete, wurde im Alter von 27 Jahren tot auf dem Grund seines Swimmingpools aufgefunden. Polizeiangaben zufolge, sei er unter Alkohol- und Drogeneinfluss ertrunken. Jones entwickelte früh ein schweres Drogenproblem, das mitte der 1960er Jahren seine Gesundheit beeinträchtigte, ihn ins Gefängnis brachte und ihn von seinen Bandkollegen entfremdete. So wurde er im Monat vor seinem Tod von der Band ausgeschlossen.

August 1969

The Stooges veröffentlichen erstes Album


Niemand machte unverfälschten und dreckigen Rock’n’Roll wie die Stooges aus Detroit, die grösste und einflussreichste Garagenband aller Zeiten. Die Band wurde angeführt von Iggy Pop, dem unverschämtesten und selbstzerstörerischsten Showman, den der Rock je hervorgebracht hat. Ihr Debütalbum «The Stooges» war die Vorlage für den Punkrock in all seinen Erscheinungsformen, von den Sex Pistols bis zu den White Stripes, obwohl das Album seinerzeit abgelehnt wurde.

August 1969

Woodstock Festival


Das groovigste Ereignis der Musikgeschichte - das Woodstock Music Festival - zu den Klängen von Jimi Hendrix' E-Gitarre geht zu Ende. Drei Tage lang wurden im Bundesstaat New York Frieden, Liebe und Rock'n'Roll gefeiert.

August 1969

Jimi Hendrix am Woodstock


Das Woodstock Festival war eine Massenblüte des Hippie-ideals und der Anfang vom Ende dieses Ideals. Jimi Hendrix spielte auf dem Festival die amerikanische Nationalhymne, wobei der verblüffende Angriff damals als politisches Statement gegen den Vietnamkrieg interpretiert wurde. Im Nachhinein kann die Performance jedoch als Abgesang auf die Ära des Friedens und der Liebe und auf Hendrix selbst gelesen werden.

December 1969

Rolling Stones am Altamont Festival


Da sich die Rolling Stones zu Majestäten des Rockgenusses und des Exzesses selbsternannten, schien es irgendwie passend, dass sie auch diejenigen waren, die die Totenwache für den Tod der Sechziger abhielten. Das Altamont Festival war das Gegenteil von Woodstock. Bewiesen wurde das auch durch die Ermordung von Meredith Hunter, einem jungen Afroamerikaner, der von Mitgliedern der kalifornischen Hell's Angels, die als Sicherheitsleute angeheuert worden waren, zu Tode geknüppelt wurde.

April 1970

Die Beatles lösen sich auf


Die Wege der Beatles Bandmitglieder John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr trennten sich aufgrund interner Spannungen. Jedes Mitglied verfolgte anschliessend erfolgreich eigene Musikprojekte und hatte bis zum Ende des Jahres ein Soloalbum veröffentlicht.

April 1970

Black Sabbath veröffentlichen Debütalbum


Obwohl «You Really Got Me» der Kinks aus dem Jahr 1964 von Rockkritikern als die erste Heavy-Metal-Single bezeichnet wurde, war die Veröffentlichung von Black Sabbath's erstem Album «John Peel's Sunday Show Radio Session», der Moment in dem Heavy-Metal in seiner ganzen lauten, stampfenden Pracht definiert wurde. Die vier britischen Jungs sangen Songs über Satan, Tod und die Apokalypse zu sich ständig wiederholenden Riffs. Mit dem Moment war ein neues Genre geboren.

September 1970

Jimi Hendrix's kurze Karriere


Als einer der grössten elektrisch Gitarristen der Geschichte bleibt Jimi Hendrix in Erinnerung. Während seiner kurzen Karriere, welche lediglich vier Jahre anhielt, revolutionierte Hendrix den Rock'n'Roll sowohl als Künstler wie auch als Produzent. Hendrix, der stark drogenabhängig war, erstickte im September 1970 an seinem Erbrochenen, nachdem er gemäss seiner Freundin vor dem Schlafengehen eine Handvoll Schlaftabletten mit Rotwein herunterspühlte.

October 1970

Janis Joplin verliert den Kampf gegen die Drogen


Mit ihrem blues Gesang und ihrer kraftvollen Bühnenpräsenz erobert Janis Joplin die Musikszene von San Francisco, zunächst als Leadsängerin von Big Brother and the Holding Company und später dann als Solokünstlerin. Mit dem Aufschwung ihrer Karriere, wird Joplin trotz mehreren Versuchen clean zu werden, zunehmend heroin- und alkoholabhängig. Im Oktober 1970, weniger als einen Monat nach dem Tod ihrer Rock-Ikone Jimi Hendrix, starb Joplin an einer Überdosis Heroin.

February 1971

Aretha Franklin’s «Rock Steady»


«Rock Steady», eine der wichtigsten Singles von Aretha Franklin, ist einer ihrer wenigen selbst geschriebenen Hits und kam zur rechten Zeit. Die Melodie und die Basslinien haben mehr als nur einen Hauch von Gospel und basieren auf einer soliden Funk- / R&B-Basis. Die Texte sind schamlos sinnlich, mit fabelhaften und effektiven Verweisen auf das Autofahren, die unter anderem eine sexuelle Erfahrung widerspiegeln. Der Song wurde zu einem bekannten B-Boy-Song und die Rock Steady-Crew wurde später die Welt des Breakdance beherrschen und hatte Mitglieder auf der ganzen Welt.

May 1971

Marvin Gaye's «What's going on»


Marvin Gaye ist zweifellos einer der bekanntesten Motown-Künstler in der Musikwelt. Trotz seiner weichen Stimme war er auch dafür bekannt, dass er über Themen wie den Vietnamkrieg, Drogen und die Wirtschaft nachdachte. Insbesondere in seinem Album «What's Going On», welches im Frühjahr 1971 veröffentlicht wurde. Zu dieser Zeit war es in Motown fast unerhört, über solch schwere Themen zu sprechen, aber Marvin Gaye fand, dass es in diesem Genre in Ordnung war, seine Ideen und Gefühle offen auszudrücken. Schliesslich geht es genau darum, um die Freiheit der Meinungsäusserung.

June 1971

das erste Glastonbury Festival


Ein Jahr vor dem Glastonbury Festival, 1970, gab es bereits eine Veranstaltung mit dem schmissigen Titel «Pilton Pop, Blues & Folk Festival», doch 1971 wurde das Wort «Glastonbury» in den Vordergrund gestellt. Performances gab es unter anderem von David Bowie. In den 1980er Jahren entwickelte sich Glastonbury langsam zu dem kolossalen, Dolly Parton liebenden Rummel, der es heute ist.

July 1971

Jim Morrison's tödliche Dosis


Der Dichter und Philosoph Jim Morrison wurde als Leadsänger und Texter der Band The Doors bekannt, die er mit einem Freund gründete. Später wurde sein Alkoholkonsum zu einem Problem, bis er an einem Herzinfarkt, der offenbar durch eine Überdosis Heroin verursacht wurde, verstarb. Es wird angenommen, dass er die Droge mit Kokain verwechselte und eine tödliche Menge schnupfte.

October 1971

«Jesus Christ Superstar» - Uraufführung


Die Rockoper «Jesus Christ Superstar», bei der Andrew Lloyd Webber die Musik produzierte und Tim Rice die Texte schrieb, löste einen Aufruhr aus. Da religiöse Eiferer protestierten, während religiöse Gemässigte den Nutzen, für junge Leute, die nun eine realistische Beschreibung der letzten sieben Tage Jesu mit Hilfe populärer Medien (wie Theater und Rockmusik) erhalten konnten, sahen. Das Musical war erst ein Konzeptalbum für eine Rockoper, bevor es am Broadway uraufgeführt wurde. Das Musical wurde hauptsächlich gesungen und enthielt kaum gesprochene Dialoge. Später wurde das Musical dreimal mit dem Tony Award ausgezeichnet.

October 1971

Duane Allman stirbt bei Motorradunfall


Im August 1971 war mit «At Fillmore East» ein glühendes, karrierebestimmendes Live-Album erschienen, welches den Ruf der The Allman Brothers Band festigte. Seither hatte Allman eine kurze Entziehungskur gemacht und die Band war dabei, ihr nächstes Album «Eat a Peach» fertigzustellen. Duane Allman wurde jedoch am späten Nachmittag des 29. Oktober in der Nähe von Macon, Georgia, beim Ausweichen eines Lastwagens plötzlich von seinem Motorrad geschleudert. Allman der einen Helm trug starb an seinen schweren inneren Verletzungen, da das Motorrad auf ihm landete. Allman war die treibende Kraft in einer der stärksten und intensivsten Formationen Amerikas, in der sich Blues, Country, Jazz und Rock vermischten. Allman war ein sauberer, prägnanter, aber wilder Spieler, der mit seinem Instrument unglaublich verbunden schien.

March 1972

Frauen dominieren die 14. Grammy Awards


Frauen dominierten die Grammy-Verleihung im Jahr 1972 und gewannen alle vier Spitzenkategorien. Carole King wurde für die Platte, das Album und den Song des Jahres ausgezeichnet, während Carly Simon den Preis für die beste neue Künstlerin erhielt.

June 1972

David Bowie erschafft Ziggy Stardust


Im Januar 1972 machte David Bowie die Aussage: «Ich bin schwul und war es schon immer». Mit diesen Worten kündigte Bowie die bevorstehende Ankunft seines androgynen Alter Egos an. Im darauffolgenden Juni wurde dann «The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars» enthüllt. Stardust war die erste von vielen exotischen Persönlichkeiten Bowies und der Moment, der den Glam Rock begründete. Die Veröffentlichung wurde zu einem der einflussreichsten Alben des Jahrzehnts.

March 1973

Ron «Pigpen» McKernan's Tod


Gründungsmitglied der Greateful Dead, Ron McKernan, der sich den Spitznamen «Pigpen» gab, starb im März 1973 an einer inneren Blutung. McKernan teilte zwar nicht die Vorliebe seiner Bandkollegen für psychedelische Drogen, jedoch erkrankte er an Leberzirrhose aufgrund seines starken Alkoholkonsums. 1972 war sein Gesundheitszustand so angeschlagen, dass er nicht mehr auf Tournee gehen konnte, bevor er dann im kommenden Jahr verstarb.

August 1974

Patti Smith covert «Hey Joe»


Die erste Punkrock-Single, «Hey Joe» das Cover, welche als solche gilt, wurde von Patti Smith veröffentlicht. Mit Bands wie den Sex Pistols und The Clash kam in Grossbritannien in den späten 1970er der Punk auf. Die Bands brachten anarchistische Ansichten zum Ausdruck, als Reaktion auf den Mangel an Möglichkeiten in Grossbritannien, die Langeweile und die Abneigung gegen die langweilige Musik der Zeit.

November 1974

Kraftwerk veröffentlichen «Autobahn»


Die deutsche Gruppe Kraftwerk läuteten mit der Veröffentlichung von «Autobahn» das Maschinenzeitalter ein und schufen in ihrem hochmodernen Studio schnittigen Computerpop. Das Stück war ganze 22 Minuten lang über die Monotonie der deutschen Autobahnen. In einer bearbeiteten Version erreichte der Song die US-amerikanischen und britischen Charts und wurde später zu einem grossen Einfluss für Hip-Hop, House und Techno.

January 1975

Der erste «Scratch»


DJ Grand Wizzard Theodore erfand versehentlich den «Scratch». Als er versuchte, eine sich drehende Schallplatte festzuhalten, um seiner Mutter zuzuhören, verursachte der DJ versehentlich das «Shigi-shigi»-Geräusch, das heute als «Scratch» bekannt ist. Der Scratch war der Kern des modernen DJing.

October 1975

Marley's Herrschaft als Reggae-Star


Die erste Hit-Single «No Woman, No Cry» von Bob Marley & the Wailers markierte den Beginn von Marley`s Herrschaft als internationaler Reggae-Star. Marley war ein ebenso wichtiger Impulsgeber wie Bob Dylan oder John Lennon und bleibt der einzige Reggae-Künstler, der den Status einer Ikone erreicht hat.

December 1976

Bob Marley gibt Auftritt seines Lebens


Bob Marley wurde zwei Tage vor einem von der jamaikanischen Regierung organisierten Gratis-Festival, im Rahmen einer politischen Verschwörung, in seinem Haus angeschossen. Dieser Zwischenfall hielt die Reggae-Legende jedoch nicht von seinem Auftritt ab, was zeigt, warum das jamaikanische Volk und die ganze Welt so viel Liebe und Respekt für diesen Mann hegten. Marley stand zwei Tage später auf der Bühne und gab den Auftritt seines Lebens. «Die Leute, die versuchen, diese Welt schlechter zu machen, nehmen sich keinen Tag frei. Wie könnte ich das?», antwortete Marley als er später gefragt wurde, weshalb er trotzdem aufgetreten ist.

August 1977

Elvis Presley erleidet Herzinfarkt


Die Musikikone Elvis Presley starb in seinem Haus «Graceland» in Memphis, Tennessee an einem Herzinfarkt 42-jährig. Nach dem Ableben des «King of Rock’n’Roll» strömten Scharen von trauernden Fans nach Graceland. Die Ärzte erklärten, dass der Herzinfarkt wahrscheinlich durch seine Sucht nach verschreibungspflichtigen Medikamenten ausgelöst wurde.

September 1977

Marc Bolan stirbt bei Verkehrsunfall


Der Rock-Pionier Marc Bolan prägte den Glam und ebnete mit seiner Band, T. Rex, und dessen spacigem Sound den Weg für Künstler wie David Bowie. Bolan symbolisierte die Entwicklung der Rock-Subkultur in den 1970er Jahren, und T. Rex hatte mit Alben wie «Electric Warrior» Erfolg. Obwohl seine Band- und Musikkarriere Mitte der 1970er Jahre ins Stocken geriet, fand Bolan 1977 eine neue Berufung als Moderator der Serie «Marc». Darin trat er und eine Mischung aus neuen und etablierten Musikern, die er zu sich in die Show holte, auf. Eine Woche nach der letzten Folge, in der Bowie und Bolan gemeinsam «Heroes» sangen, verlor Bolan’s Frau bei einem Autounfall die Kontrolle über das Fahrzeug, wobei der Sänger sofort starb.

October 1977

Ronnie Van Zant stirbt bei Flugzeugabsturz


Als die Band Lynyrd Skynyrd am 20. Oktober ein Flugzeug bestiegen hatte, im Rahmen ihrer Tournee, erschrak Gitarrist Allen Collins, als er eine Flamme aus dem rechten Triebwerk hervorbrechen sah. Nachdem die Piloten gezwungen waren, eine Notlandung auf einem Feld in Mississippi zu versuchen, streifte das Flugzeug Bäume und schlug auf dem Boden auf. Die meisten Mitglieder der Band überlebten, aber Van Zant war sofort tot, ebenso wie Gitarrist Steve Gaines, seine Schwester Cassie (eine Backgroundsängerin) und Roadmanager Dean Kilpatrick. Das unheimlich prophetische Cover von «Street Survivors», auf dem Lynyrd Skynyrd in Flammen stand, wurde sofort durch ein reines Bandfoto ersetzt. Der Absturz beraubte eine der grössten Rockbands ihres Frontmanns. Seine Songs, die er für seine Band mitschrieb, behandelten seine frühen Kämpfe, Selbstzweifel, Waffen und Melancholie. Als Schulabbrecher mit Vorstrafen war Van Zant ein echter Populist, der den Stolz der Südstaaten gegen die Konzerne ausstrahlte. «Unterschätzt», sagte Jason Isbell, «Viele dieser Songs sind viel intelligenter, als sie erscheinen.»

December 1977

Disco-Inferno entfacht


Die Hauptrolle des US-amerikanischen Tanzfilm «Saturday Night Fever», der vom Leben junger Menschen in der New Yorker Diskothekenszene und der dort entstandenen Subkultur handelt, spielte John Travolta. Der Film prägte Ende der 1970er Jahre eine ganze Generation und löste weltweit eine Disco-Welle aus, die sich in der Musik, der Mode und dem Lebensstil der Jugendlichen widerspiegelte. Die Filmmusik der Bee Gees mit Titeln wie «Stayin’ Alive», «Night Fever» und «How Deep Is Your Love» gehört zu den meistverkauften Soundtracks aller Zeiten.

September 1978

Keith Moon tot aufgefunden


Der The Who-Schlagzeuger Keith Moon hatte das Leben eines Rockstars so sehr verinnerlicht, wie nur wenige Menschen es taten. Sein Leben wurde von dem Moment an, als die Gruppe auch nur einen winzigen Hauch von Berühmtheit erlangte, zu einer ununterbrochenen Sauforgie mit verwüsteten Hotelzimmern, zertrümmerten Autos und tagelangen Partys am Stück. Wenn er nicht einer der größten Schlagzeuger der Rockgeschichte gewesen wäre, hätte sich niemand damit abgefunden. Er machte Klassiker wie «Won't Get Fooled Again» zu Vorzeigebeispielen für sein wildes, eigenwilliges Spiel, bevor er von seinem Lebensstil 1978 endgültig eingeholt wurde. Am 6. September desselben Jahres besuchte er die Premiere der Buddy Holly Story und zog sich anschliessend in seine Londoner Wohnung zurück. An diesem Abend nahm er 32 Tabletten, die gegen die Auswirkungen des Alkoholentzugs wirken sollten und starb an den Folgen davon.

January 1980

Rap-Song erreicht Top-40-Charts


Die Gruppe The Sugarhill Gang veröffentlichte den ersten Rap-Song, der es in eine Top-40-Charts schaffte. Damals war Rap eine neue Form der Musik, die man vorher noch nie gehört hatte. Der Song «Rapper’s Delight», welcher von Sylvia Robinson produziert wurde, wurde dafür geschätzt, dass er den Hip-Hop einem breiteren Publikum bekannt machte. Während viele Leute dachten, es handele sich um eine vorübergehende Modeerscheinung, war der Song der Anfang dessen, was zu einer Revolution des Rap und Hip-Hop werden sollte.

May 1980

Ian Curtis erhängte sich


Die Band Joy Division waren gerade dabei, als bahnbrechende Post-Punk-Band anerkannt zu werden, als sich ihr Frontmann Ian Curtis, für den die wachsende Anerkennung bedeutungslos war, das Leben nahm. Curtis der fast jeden Joy Division-Song mit intensiver Trauer, Leere und Sehnsucht erfüllte, litt unter schweren Depressionen und Epilepsie. Manchmal hatte Curtis gar auf der Bühne epileptische Anfälle und das zu einer Zeit, als die Behandlungsmöglichkeiten für beide Leiden minimal waren. Seinen ganzen Schmerz ließ er in den Text eines seiner letzten Lieder «Love Will Tear Us Apart» einfliessen. Ian Curtis erhängte sich Wochen vor der Veröffentlichung des Songs in seiner Küche. Seine Bandkollegen machten als New Order weiter, kamen aber nie über den schrecklichen Verlust hinweg.

September 1980

John Bonham starb am Alkoholkonsum


Der Schlagzeuger von Led Zeppelin, John Bonham, teilte die grundlegende Lebensphilosophie von Keith Moon. Beide spielten das Schlagzeug mit rücksichtsloser, wilder Hingabe und lebten ihr Leben auf dieselbe Weise. Der grosse Erfolg von Led Zeppelin in den 1970er Jahren gab Bonham unendlich viele Gelegenheiten, Partys zu feiern und so ziemlich jede illegale Substanz zu konsumieren. So konnte er jedoch nicht einfach weitermachen, ohne schreckliche Konsequenzen zu riskieren. Das Unvermeidliche geschah am 25. September 1980, als er im Laufe von nur 24 Stunden etwa 40 Schuss Wodka konsumiert hatte, während Led Zeppelin sich auf eine Amerika-Tournee vorbereitete. Am nächsten Morgen wurde John Bonham tot in seinem Bett aufgefunden.

December 1980

John Lennon von Fan erschossen


Das Bandmitglied der Beatles betrat gerade sein Wohnhaus in Manhatten, New York, als ein geistesgestörter Fan, Mark David Chapman aus nächster Nähe viermal auf John Lennon schoss. Zuvor hatte Chapman ein Autogramm von Lennon erhalten und blieb freiwillig am Tatort, bis er von der Polizei verhaftet wurde. Chapman behauptete, dass er wütend geworden war durch Lennons berüchtigte Bemerkung im Jahr 1966, die Beatles seien «populärer als Jesus» sowie gewisse Songtexte von Lennon, welche widersprüchlich waren zu Aussagen in Anthony Fawcetts Buch «John Lennon», was Lennon zu einem «Schwindler» für Chapman machte.

May 1981

Bob Marley's Tod


Im Jahr 1977 wurde Bob Marley mit einer seltenen Form von Hautkrebs diagnostiziert. Nicht ganz ein Jahr nach seinem letzten Live-Auftritt starb Marley an den Folgen seines akralen lentiginösen Melanoms und wurde in seinem jamaikanischen Geburtsort, dem Dorf Nine Mile, beigesetzt.

July 1981

MTV geht live


Das «M» steht für «Music». Auch wenn heute nicht mehr ganz. Die gesamte Welt von allem was mit Musik zu tun hatte, wurde am 31.Juli 1981 bis zur Unkenntlichkeit verändert. Genau um 12.01 Uhr erklangen die Worte «Ladies and Gentlemen, Rock and Roll». Obwohl es ein globaler Game-Changer wurde, waren diese frühen Tage (und Jahre) ziemlich bescheiden. Der Sender war nur in bestimmten Teilen New Jerseys zu sehen und oft war der Bildschirm leer, während MTV-Mitarbeiter die VHS-Videos austauschten, die gerade ausgestrahlt werden sollten.

October 1982

Die CD kommt auf den Markt


Mit der Compact Disc (CD) kam eine neue Technologie in die Stadt. Philips und Sony entwickelten gemeinsam die CD, was eine digitale optische Scheibe zur Datenspeicherung ist. Die CD konnte mehr Daten speichern als die Festplatte eines PCs, was es zu einem bedeutenden Moment machte. Bis zum Jahr 2007 wurden weltweit 200 Milliarden CDs verkauft. Obwohl anfangs der 2010er Jahre und mit dem Aufkommen der digitalen Speicherung die Verkaufszahlen für CDs zurück gingen, werden sie immer noch in der Musikindustrie verkauft. Der Tod der CD wurde schon seit fast zwei Jahrzehnten erwartet, ist jedoch noch nicht eingetreten.

November 1982

«Thriller» wird veröffentlicht


Michael Jackson wurde mit «Thriller», einem der meistverkauften Pop-Alben der Zeit, zu einer weltweiten Ikone. Damals war Jackson 25-jährig, sein Debüt hatte er im Alter von vier Jahren und seinen ersten Hit im Alter von 12 Jahren mit den Jackson 5.

February 1983

Karen Carpenter’s unverstandener Tod


Das Erbe von Karen Carpenter war nach ihrem plötzlichen Tod getrübt. Zum einen aufgrund der damals unverstandenen Krankheit Magersucht, die Carpenter das Leben kostete. Und zum anderen aufgrund der mangelnden Anerkennung der Kritiker für die äusserst populäre Musik, die sie und ihr Bruder Richard ab 1970 als Carpenters produzierten. Sie war die erste Berühmtheit, die posthum Essstörungen zu einem Teil des nationalen Gesprächs machte. Eine Todd Haynes-Dokumentation «Superstar: The Karen Carpenter Story» wurde nach seiner Premiere 1988 zu einem Underground-Klassiker und Elton John nannte sie «eine der grössten Stimmen unseres Lebens». In ihren letzten Jahren war sie bestrebt, ihre üppige, zurückhaltende und kristallklare Stimme in eine neue, unabhängige Richtung zu lenken. Auf einem von Phil Ramone produzierten Soloalbum aus dem Jahr 1979, das erst 1996 veröffentlicht wurde, sang sie über Sex und Befreiung in straffen, von Rock und Disco beeinflussten Songs.

March 1983

80er Hymne der Elektro-Szene


Zur Hymne der elektronischen Musik der 1980er Jahre wurde «Blue Monday» der britischen Elektro-Rock-Band New Order. Der Song wurde damals weltweit in Clubs gespielt und brach den Weltrekord für den Verkauf einer 12-Inch-Single. Inspiriert wurde New Order von Kraftwerk und Donna Summer.

May 1983

Michael Jackson's erster Moonwalk


Vor 47 Millionen Menschen performte Michael Jackson am 16. Mai 1983 seinen neuen Song «Billie Jean», als sich ein aussergewöhnlicher Moment ereignete, der die Tanzgeschichte veränderte. Es war Jackson, der die Menschen bei seinem Live-Auftritt bei «Motown 25: Yesterday, Today, and Forever» ins Erstaunen versetzte. Er war jedoch nicht der erste mit diesem Dancemove. Nachdem Michael Jacksons Manager gesehen hatte, wie Derek Jaxson den «Backslide» im Fernsehen vorführte, ging er zu ihm und fragte, ob Jaxson dem «King of Pop» den gleichen Move beibringen könnte. Wobei Michael Jackson dem Ganzen noch sein persönliches Flair hinzufügte.

April 1984

Marvin Gaye von Vater erschossen


Eine der leidenschaftlichsten Stimmen der populären Musik, Marvin Gaye, hatte in den 1960er Jahren die Pop-Charts erobert. Mit einer Reihe eingängiger, bewegender Singles etablierte sich Gaye als Hitmacher. Gegen Ende der 1970er Jahre begann sein Privatleben jedoch zu zerbrechen. Er liess sich von seiner Frau scheiden, meldete Konkurs an und zog schliesslich nach Europa, um dem Finanzamt zu entgehen. Zudem kämpfte er mit Depressionen und einer Kokainsucht. Im Jahr seines Todes drohte Gaye mehrfach mit Selbstmord und trotzdem starb er nicht durch seine eigene Hand. Sein Vater erschoss ihn einen Tag vor Marvins 45. Geburtstag nach einem Streit aus nächster Nähe. Er gilt immer noch als musikalische Kraft und hat Generationen von Sängern beeinflusst, darunter Usher.

September 1984

Erstausgabe der MTV Video Music Awards


Die Radio City Music Hall in New York City beherbergte die allererste Verleihung der MTV Video Music Awards. The Cars gewannen den Preis für das Video des Jahres für ihren Song «You Might Think» und setzten sich damit gegen Michael Jackson's «Thriller» durch. Währenddessen gewannen The Beatles den Video Vanguard Award für ihren Beitrag zum Fortschritt des Musikvideos.

September 1984

Madonna's «Like a Virgin»


Madonna war das Gesicht der 1980er Jahre. Was ihre Karriere jedoch wirklich prägte, waren ihre provokanten Texte in Songs wie «Like a Virgin». Verführerisch und etwas unzüchtig, waren viele schockiert über ihre Performance an den MTV Video Music Awards 1984, welche ihren Ruhm in die Höhe schnellen lies. So wurde sie zu einer musikalischen Ikone, doch nicht jeder war beeindruckt.

November 1984

CD-Player werden tragbar


CDs boten den Menschen eine bessere Klangqualität als Audiokassetten und die Art und Weise, wie die Menschen Musik hörten wurde zwei Jahre nach dem Markteintritt revolutioniert. Sony stellte der Welt einen tragbaren CD-Player vor, den Discman. Populär wurde der tragbare CD-Player erst in den 90er, als die Anti-Skip-Technologie eingeführt wurde und wurde dann später in CD-Walkman umbenannt.

July 1985

Live Aids rockt das Wembley


Prinz Charles und Prinzessin Diana eröffneten im Wembley-Stadion in London offiziell «Live Aid», ein weltweites Rockkonzert, das organisiert wurde, um Geld für die Hilfe der von Hungersnot betroffenen Afrikaner zu sammeln. In dem 16-stündigen «Superkonzert», das in weiteren Arenen fortgesetzt wurde, sahen mehr als eine Milliarde Zuschauer aus 110 Nationen zu. In einem Triumph der Technik und des guten Willens sammelte die Veranstaltung mehr als 125 Millionen Dollar für die Hungerhilfe in Afrika. In nur 10 Wochen organisiert, fand Live Aid am Samstag, den 13. Juli 1985 statt. Mehr als 75 Künstler traten auf, darunter Elton John, Madonna, Santana, Run-DMC, Sade, Sting, Bryan Adams, die Beach Boys, Mick Jagger, David Bowie, Queen, Duran Duran, U2, The Who, Tom Petty, Neil Young und Eric Clapton.

July 1985

Queen at Live Aid


In einem 21-minütigen Set schafften es Queen ihre Top-Hits, «Bohemian Rhapsody», «Radio Ga Ga», «Hammer to Fall», «Crazy Little Thing Called Love» und ein Finale aus «We Will Rock You» und «We are the Champions» unterzubringen. Der Auftritt, welcher einen seiner besten und leider auch einer der letzten grossen von Mercury war, war absolut weltbewegend, denn Freddie Mercury beherrschte die Bühne und die 72'000 Zuschauer.

September 1985

Parental Advisory Label


In Washington D.C. war Tipper Gore, die damalige Ehefrau des ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore, von Madonna`s Musik, insbesondere nach ihrem Auftritt an den MTV Video Music Awards 1984, zutiefst beleidigt und half bei der Gründung eines Gremiums besorgter Eltern, deren kleine Kinder den expliziten Inhalten ausgesetzt waren. Inoffiziell bekannt als die «Ehefrauen von Washington» schlossen sie sich zusammen, um Warnhinweise für explizite Musikinhalte zu fordern. Obwohl es viele Kontroversen um das Thema gab, hatten Tipper Gore und ihre Mädels Erfolg mit den «Parental Advisory Labels», die heute auf diversen Albumcovern zu sehen sind.

November 1985

«Material Girl» von Madonna


Dank ihrer Single «Material Girl» kam Madonna aus dem Mainstream heraus und wurde zur erfolgreichsten Pop-Marke der Neuzeit. Das dazugehörige Musikvideo, war die erste ihrer zahlreichen Selbsterfindungen, in dem sie Marilyn Monroe nachahmte. Der Song griff den Konsumwahn der 1980er Jahre auf, wenn auch er diesen angeblich parodierte.

January 1986

N.W.A wurde gegründet


Eazy-E, Dr. Dre, Ice Cube, MC Ren und DJ Yella gründeten N.W.A und sorgten damit für eine grosse Veränderung im Hip-Hop. Ihre Texte waren unverblümt und lösten Kontroversen aus während ihr Image knallhart und ihr Sound bombastisch war. Die Gruppe sprach die Wahrheit über das düstere Leben auf den Strassen von Compton und sorgte für den ersten grossen Umbruch im Hip-Hop, als dieser noch in den Kinderschuhen steckte.

March 1987

Prince's «Sign o’ the Times»


In den 80er war Prince der begnadetste Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist, der aufkam. Mit seinem Album «Sign o’ the Times» schuf Prince die Verschmelzung von Dancefloor-Funk und sozialem Kommentar seit der Blütezeit des politisch bewussten Soul der siebziger Jahre, wobei er vorübergehend die sexuelle Ausrichtung seiner früheren Musik hinter sich liess.

August 1988

Hip-Hop erhält eigene MTV-Show


Nachdem der Hip-Hop jahrelang von den Mainstream-Medien vernachlässigt wurde, bekommt er seine eigene Sendung auf dem Sender MTV. Die Show mit dem Namen «Yo! MTV Raps» wurde von Doctor Dré, Ed Lover und Fab 5 Freddy moderiert. Das Set unterlief verschiedene Änderungen und war zum Teil einer Strassenszene nachempfunden, um den urbanen Charakter der Sendung zu betonen. Die Gäste sassen auf einer Parkbank und die Wände waren besprüht. Ein fester Bestandteil der Sendung waren Live-Auftritte und Freestyles. Das ursprüngliche Format wurde nach 1995 abgesetzt und unter dem Namen «Yo!» als reine Musikvideo-Show weitergeführt.

August 1988

Geburtsstunde des Gangsta-Rap


Mit «Fuck tha Police» von N.W.A war der Gangsta-Rap geboren. Die Platte war so extrem, dass sie vom Radio und MTV verboten wurde und der Plattenfirma Ruthless eine Verwarnung durch das FBI einbrachte. Dr. Dre, der erfolgreichste Rap-Produzent aller Zeiten, wurde durch die Veröffentlichung der Platte etabliert und stellte Los Angeles und nicht New York ins Zentrum des Hip-Hops. Der Platte lagen das Machogehabe und Verneinung aller Normen und Werte zugrunde, was in den Morden an Tupac Shakur und Biggie Smalls eine Art Höhepunkt erreichte.

November 1990

Milli Vanilli Lip Synched


Als bei einem Auftritt das Playbackband stehen blieb, wurde dem Publikum offengelegt, dass die beiden Tänzer der Euro-Dance-Band Milli Vanilli nicht selbst sangen, worauf der Band ihr Grammy für «Best New Artist 1990» entzogen wurde.

September 1991

Nirvana bringt Grunge in den Mainstream


Es war «Smells Like Teen Spirit» von Nirvana, der in der amerikanischen Kultur Wellen schlug. Der Song war in den meisten Ländern der grösste Hit von Nirvana. Der Erfolg der Single und des Albums «Nevermind» war unerwartet und katapultierte das Album 1992 an die Spitze der Charts. Infolgedessen trug Nirvana den «Grunge» in den Mainstream.

November 1991

Queen verliert ihren Frontmann


Im Rock’n’Roll wurde eine grosse Lücke hinterlassen, als der Sänger von Queen, an Komplikationen im Zusammenhang mit AIDS starb. Freddie Mercury starb zu Hause in seinem Bett, nachdem er sich geweigert hatte, seine AIDS-Medikamente weiter einzunehmen. Nur vier Tage vor seinem Tod äusserte die Queen-Ikone einen letzten Wunsch, ein letztes Mal einige seiner Kunstwerke zu sehen, an seine enge Gruppe von Freunden, die Tag und Nacht bei ihm blieben. Mercury, der ohne Hilfe nicht mehr aus dem Bett kam, wurde von seinen Freunden gesetzt, als er durch seine Lodge ging, die mit unbezahlbaren und wertvollen Kunstwerken und Einrichtungsgegenständen gefüllt war.

November 1993

Wu-Tang Clan veröffentlichte Debütalbum


«Enter the Wu-Tang (36 Chambers)» war das Debütalbum der amerikanischen Hip-Hop-Gruppe «Wu-Tang Clan». Die Gruppe besteht aus Prince Rakeem (The RZA), Raekwon, Ol' Dirty Bastard (†), Method Man, Ghostface Killah, Genius (GZA), U-God, Masta Killa und Inspectah Deck. Der Titel des Albums stammt aus den Martial-Arts-Filmen «Enter the Dragon» (1973) und «The 36th Chamber of Shaolin» (1978). Der Hip-Hop aus New York City erlangte dank dem Track nationale Bekanntheit und schuf eine Pause für den Hardcore-Hip-Hop der 1990er Jahre. Das Album war ein Meilenstein in der Ära des Hip-Hops, die als East Coast Renaissance bekannt ist, und hatte den Weg für viele andere East Coast Rapper geebnet, darunter The Notorious B.I.G. und Jay-Z. Trotz seines rauen Underground-Sounds hatte das Album einen überraschenden Chart-Erfolg und wurde später mit Dreifach-Platin ausgezeichnet.

November 1993

Nirvana bei «MTV Unplugged»


Einer der eindrucksvollsten Auftritte, die jemals auf MTV ausgestrahlt wurden, war der Auftritt von Nirvana in der Sendung «MTV Unplugged». Es war einer der letzten Fernsehauftritte von Kurt Cobain vor seinem Tod. Nach Cobain`s Ableben wurde der Auftritt in eine neue Perspektive gerückt. So wurde der Auftritt im Nachhinein besser verstanden, da das Bühnenbild mit seiner beerdigungsähnlichen Dekoration und den melancholischen Liedern und Cobain`s abnehmende geistige Verfassung in den Vordergrund rückte.

April 1994

Kurt Cobain begeht Suizid


Zusammen mit einem Freund gründete Kurt Cobain, eine Ikone der Grunge-Szene von Seattle, die Band Nirvana, welche Anfang der 1990er Jahre einen grossen Erfolg im Mainstream hatte. Im Licht der Öffentlichkeit kämpfte Cobain mit psychischen Erkrankungen, chronischen Gesundheitsproblemen und Heroinabhängigkeit. Im April 1994 beging Cobain Selbstmord und hinterliess seine Frau, die Musikerin Courtney Love und seine kleine Tochter.

March 1995

Eazy-E erliegt AIDS


Rapper Eazy-E wurde erst einen Monat vor seinem Tod mit AIDS / HIV diagnostiziert, bevor er an Komplikationen der Krankheit verstarb. Zu dieser Zeit war das Stigma, das die Krankheit umgab, auf dem Höhepunkt, ebenso wie die falsche Vorstellung, dass HIV / AIDS ausschliesslich ein Problem sei, das Mitglieder der LGBTQ+-Gemeinschaft oder Drogenkonsumenten betraf, die Nadeln teilten. Doch das führende Mitglied der «Gangsta-Rap» Pioniergruppe N.W.A hatte sich gemäss seinem Arzt wahrscheinlich durch eine heterosexuelle Beziehung mit dem Virus infiziert.

March 1995

Selena Quintanilla-Pérez wird erschossen


Der mexikanisch-amerikanische Popstar Selena Quintanilla-Pérez arbeitete zum Zeitpunkt ihrer Ermordung gerade an ihrem englischen Crossover-Album «Dreaming of You». Yolanda Saldívar, Managerin von Selena`s Fanklub und Modeboutique, stand unter dem Verdacht der Veruntreuung von Geldern. Als Saldívar von der Familie Quintanilla zur Rede gestellt wurde, traff Saldívar Selena mit einem tödlichen Schuss. Ein Jahr zuvor gewann Selena ihren einzigen Grammy für «Selena Live!». Drei Monate nach ihrem Tod erreichte sie Platz eins der US. Billboard-200-Charts, was eine Premiere für einen lateinamerikanischen Künstler in der Geschichte war. Eine andere in den USA geborene Latina, Jennifer Lopez, schaffte ihren eigenen Durchbruch mit der Rolle der Sängerin in dem berühmten Biopic «Selena» aus dem Jahr 1997.

July 1995

Teenie-Pop-Phänomen der 90er


Die Spice Girls waren die erste reine Mädchenband in einer Ära, die von produzierten Boybands dominiert wurde, und wurden nicht zuletzt aus diesem Grund zum unwahrscheinlichsten Teenie-Pop-Phänomen der neunziger Jahre. Die fünfköpfige britische Girlband verschmolz Pop, Rap und eine schrille, wenn auch widersprüchliche «Girl Power»-Botschaft, wobei ihr schneller Aufstieg von Simon Fuller geleitet wurde. Rückblickend war die Debütsingle «Wannabe» ein Vorbote für alles, was folgte.

August 1995

Jerry Garcia’s Drogenkampf


Einer der grössten Songschreiber und Solisten der Rockgeschichte, Jerry Garcia, war der Dreh- und Angelpunkt der The Grateful Dead. Garcia sollte in seine berühmte Karikatur auf dem Cover von «Old and In The Way» hineinwachsen. Übereifrige Fans projizierten die Rolle des Gurus auf Garcia, eine Rolle, die er völlig ablehnte, aber nie ganz abschütteln konnte. Sein Tod hatte seine Wurzeln in seiner Heroinsucht, die mit dem Rauchen der Droge in den 1970er Jahren begann. Daraus entwickelte sich eine regelrechte Sucht, die eine gesundheitliche Abwärtsspirale in Gang setzte. Die Popularität der Band erreichte einen neuen Höhepunkt, nachdem Garcia buchstäblich von den Toten auferstanden ist, nach seinem Zusammenbruch 1986. Doch der Ruhm verfolgte ihn, Garcia wurde rückfällig, und alte Gewohnheiten kehrten zurück. Im Sommer 1995 starb Jerry Garcia an einem Herzstillstand während eines Entzugsversuchs. «Es gibt keine Möglichkeit, seine Grösse als Mensch oder als Musiker zu messen», sagte Bob Dylan, der 1987 mit Garcia auf Tournee war.

September 1995

Eröffnung der «Rock'n'Roll Hall of Fame»


Obwohl auch andere Städte wie Memphis, Detroit, Cincinnati, New York City, Philadelphia, New Orleans, San Francisco und Chicago für den Standort des neuen Rock’n’Roll Museum geprüft wurden, ergab eine Umfrage der USA Today, dass die US-Bevölkerung das Museum in Cleveland haben wollte. Das «Rock’n’Roll Hall-of-Fame Museum» öffnete seine Tore nach einem grossen Event mit einem Konzert und viel Rock’n’Roll Music. Bei dem All-Star-Konzert traten unter anderem Johnny Cash, Bob Dylan, Aretha Franklin, Iggy Pop und Bruce Springsteen auf.

December 1995

«California Love» by 2Pac


2Pac war nicht nur ein Musiker, sondern auch ein Mann der Poesie und des Theaters. Er trat sogar in Shakespeare-Stücken auf und schrieb Gedichte. 2Pac war ein wortgewandter Mensch, der seine Bildung auf seine Musik anwendete. Eine von 2Pacs bekanntesten und erfolgreichsten Singles «California Love» wurde am 03. Dezember 1995, als Comback-Single nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Jahr 1995, veröffentlicht. Es war auch seine erste Single als neuester Künstler von Death Row Records. Der Song wurde 1997 posthum für einen Grammy Award in der Kategorie Best Rap Performance by a Duo or Group (mit Dr. Dre und Roger Troutman) nominiert.

September 1996

2Pac stirbt nach einer Schiesserei


Die Musikwelt steht in Schock, als einer der grössten Hip-Hop-Ikonen der Welt, 2Pac (Tupac Shakur), nach einer Schiesserei in Las Vegas an seinen Schusswunden verstarb. Bereits zwei Jahre zuvor wurde Shakur opfer eines Attentat auf seine Person, welches er überlebte. Am 7. September 1996 wurden Shakur und andere Mitglieder seines Gefolges in Las Vegas anlässlich des Boxkampfes in der Lobby des MGM Grand Hotels bei einem gewalttätigen Handgemenge mit einem Mann gefilmt, der später als Mitglied der in Los Angeles ansässigen Strassengang Crips identifiziert wurde. Wenig später wurde Shakur als Beifahrer in einem Auto, auf welches das Feuer eröffnet wurde, von vier Kugeln getroffen. In jener Nacht erfolgte noch eine Notoperation im University Medical Center wobei die Ärzte versuchten sein Leben zu retten, jedoch erlag Tupac Shakur sechs Tage später seinen Verletzungen.

March 1997

The Notorious B.I.G. wird erschossen


Mit Christopher Wallace alias Biggie Smalls, The Notorious B.I.G. verlor ein weiterer grosser Superstar des Hip-Hops sein Leben im Alter von 24 Jahren. Es war der Höhepunkt eines Streits zwischen der Ost- und Westküste, in dem Sticheleien und Beschuldigungen fatal eskalierten und Biggie bei einer Schiesserei im Vorbeifahren in Los Angeles viermal tödlich getroffen wurde. Bis heute gibt es noch etliche Gerüchte zum Ableben von Biggie. Schon zu Lebzeiten war er, der Superstars wie Eminem, Jay-Z und 50 Cent massgeblich beeinflusste, eine echte Grösse. Doch bizarrerweise machte ihn erst sein Tod zur Legende.

May 1998

Eine Legende geht von uns


Frank Sinatra, der zum ersten modernen Superstar der populären Musik geworden war, stirbt im Alter von 82 Jahren an einem Herzinfarkt. Sinatra`s Karriere erstreckte sich über mehr als fünf Jahrzehnte. Anfangs war Sinatra ein Meister der romantischen Balladen und als seine Anziehungskraft später nachgelassen hatte, erfand sich Sinatra als smarter Swinger mit einem raueren Gesangsstil neu und feierte in den 1950er Jahren ein spektakuläres Comeback.

June 1998

Amazon verkauft Musik online


An diesem eher unbedeutenden Tag im Jahr 1998 änderte sich die Welt ein wenig für immer. Jeff Bezos beschloss mit seiner kleinen Website, auf der er Bücher über das Internet verkaufte, es mit den Giganten wie CDNow und Music Boulevard aufzunehmen, in dem er begann, Musik über das Internet zu verkaufen.

September 1998

Britney Spears «Baby One More Time»


Im Oktober 1998 wurde das Musikvideo zu Britney Spears «Baby One More Time» erstmals auf MTV ausgestrahlt. Damit wurde der Beginn des Teenie-Pop-Wahns der späten 90er und frühen 00er Jahre markiert. Mit diesem Song wurde Spears in die internationale Popkultur-Szene katapultiert und wurde sofort zu einer Ikone und eine der kontroversesten und erfolgreichsten Sängerin des 21. Jahrhunderts.

January 1999

Fusion von Universal und Polygram


Die internationalen Musikunternehmen «Polygram» und «Universal» fusionierten Ende der 1990er Jahre zur «Universal Music Group» (UMG). Die Fusion der beiden grossen Plattenfirmen führte zu einem Umbruch in der Plattenindustrie. Schätzungen zu Folge kontrollierte der neue Konzern ca. 25 Prozent des weltweiten Musikmarktes.

February 1999

The real Slim Shady


Eminem erhielt von Dr. Dre 1998 bei dessen Label «Aftermath» einen Plattenvertrag. Mit der Unterstützung des Produzenten Dr. Dre, überwindete Eminem die rassistischen Hürden und verkaufte vier Millionen Exemplare seines Debütalbums «The Slim Shady LP».

May 1999

Die Geburt von Napster


Der Download-Service «Napster», versorgte allein im Jahr 2000 geschätzte 100 Millionen Nutzer mit kostenloser Musik. Damit wurde das Ende der traditionellen Musikformate markiert. Der Aufstieg der File-Sharing-Website hatte einen erschütternden Einfluss auf die Musik- und Digitalindustrie. Trotz Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen, jedoch kann gesagt werden, dass der Aufstieg von Napster und des Internets insgesamt eine Plattform bildete, die plötzlich einen einfachen Zugang zu ehemals teuren Methoden der Musikbeschaffung ermöglichte. Die Musikindustrie war nicht in der Lage, den Giganten des Musikdownloads zu bezwingen, also musste sie sich anpassen. Das Ergebnis: Live-Auftritte lösten den Plattenverkauf als Haupteinnahmequelle ab.

May 2000

Die zukünftige Grösse des Rap


Mit der Veröffentlichung seines aufgenommenen zweiten Albums «Marshall Mathers LP» festigte Eminem seinen Platz als zukünftige Grösse des Raps. Das Album verkauft sich in der ersten Woche 1,76 Millionen Mal und beschert dem Rapper später zwei Grammys.

October 2001

der erste iPod von Apple


Jede Ära der Musikgeschichte hat ihre eigene Technologie, die die Art und Weise, wie Menschen Musik hören, veränderte. Dieses Mal war es der iPod, der erste tragbare MP3-Player von Apple, der zum Mainstream wurde. Der iPod jenes Jahres nutzte ein Scrollrad, um auf die damals riesige Sammlung von Musikdateien (5-Gigabyte und 10-Gigabyte) zuzugreifen. Das Gerät machte digitale Musik um einiges populärer als CDs. Und es war ein Hauptgrund für den späteren Rückgang der CD-Verkäufe. Die Leute wollten die kleinstmöglichen Gadgets. Steve Jobs und Apple Inc. steckten im Grunde die Welt in jedermanns Tasche.

June 2002

«American Idol» geht an den Start


Die amerikanische TV-Serie «American Idol», in der aufstrebende Sängerinnen und Sänger um einen Plattenvertrag und eine Chance auf Superstarstatus kämpften, war nur die erste ihresgleichen. Ihre drei ursprünglichen Juroren waren Paula Abdul, Randy Jackson und Simon Cowell. Die Show ermöglichte es normalen Menschen, die den Mut und die Entschlossenheit hatten, aber nicht über die nötigen Verbindungen verfügten, berühmt zu werden. Seither brachte die Show mehrere Superstars hervor, wobei ihre erste Gewinnerin Kelly Clarkson war.

October 2002

Jason Mizell ungeklärter Tod


Nach dem Tod des DJ von Run-D.M.C., Jason «Jam Master Jay» Mizell, wollten die Leute wissen, wer einen friedlichen DJ der alten Schule, dessen Gruppe hauptsächlich über Turnschuhe, Mädchen und Basketball rappte, niedergeschossen haben könnte. Mizell hatte landesweiten Ruhm erlangt als bahnbrechender DJ von Run-DMC, einem Trio, zu dem auch Joseph Simmons, bekannt als Run, und Darryl McDaniels, bekannt als DMC, gehörten. In den folgenden zwei Jahrzehnten erlangte der Mord an Mizell einen mythischen Status als einer der kältesten Morde der Rap-Welt. Die Behörden machten einen missglückten Kokainhandel für die tödliche Schiesserei verantwortlich.

April 2003

Music Store «iTunes» von Apple


Mit mehr als 200'000 Titeln aus allen Bereichen der Musik startete das Projekt von Apple. Dies ist das Apple Pendent zu Spotify und stellte durch das DRM-System FairPlay sicher, dass sich die Musik, abgesehen von selbstgebrannten CDs, nur mit iTunes, Apple TV, dem iPhone und allen iPods abspielen lässt. So wurde der iTunes Music Store von Apple auch als Marketingplattform für den iPod und auch die eigenen Computer verwendet.

October 2006

Amy Winehouse's «Rehab»


Amy Winehouse landet mit dem Song «Rehab», welcher auf ihrem zweiten und letzten Studioalbum zu finden ist, der von ihrer Drogen- und Alkoholsucht inspiriert war, einen Hit. Der Song wurde von Mark Ronson produziert und der Songtext ist autobiografisch und adressiert die Verweigerung von WInehouse, sich in eine Rehabilitationsklinik einzuweisen.

October 2008

Spotify erscheint in den USA


Sein Debüt in den USA feierte der schwedische Dienst «Spotify» im Juli 2008. Der Streaming-Dienst entwickelte sich zu einem der beliebtesten Musikplattformen. Bis Ende 2019 zog der Dienst weltweit 248 Millionen Nutzer an.

February 2009

Fusion der Ticketgiganten


Ticketmaster und Live Nation fusionierten zu einem Live-Event-Giganten namens «Live Nation Entertainment». Im Januar 2010 genehmigte das US-Justizministerium die umstrittene Fusion zwischen den beiden grössten Akteuren im 4,4 Milliarden Dollar schweren globalen Live-Musikgeschäft.

June 2009

Tod des «King of Pop»


Die letzten Jahre im Leben des «King of Pop» waren von Kontroversen wie seinen Schönheitsoperationen, bizarre Angewohnheiten oder Missbrauchsvorwürfen geprägt. Im Jahr von seinem Tod hatte Jackson eine Reihe geplanter Shows «This Is It», jedoch starb Jackson plötzlich an einer Überdosis ärztlich verordneter Medikamente. Nach seinem Ableben konzentrierte sich die Welt auf sein Genie und das enorme Werk, das er hinterliess. Seine Trauerfeier wurde im nationalen Fernsehen übertragen und wie ein Staatsbegräbnis behandelt.

September 2009

Die Kanye West / Talyor Swift Fehde


Wenn Kanye West nicht gerade eingängige und kontroverse Musik macht, dann ist er entschlossen uns zu unterhalten und nie zu langweilen. West lebt von seinen spontanen Reden und das beste Beispiel waren die MTV Video Music Awards 2009, als er Taylor Swift das Rampenlicht klaute. Swift gewann in der Kategorie bestes weibliches Musikvideo, doch zu ihrer Dankesrede kam sie nicht wirklich. Kanye West nahm Swift das Mikrofon kurzerhand weg, teilte seine Gedanken: «Es tut mir leid, aber Beyoncé hatte eines der besten Videos aller Zeiten.». Alles in allem war es ein denkwürdiger und ikonischer Moment in der Musik- und Award-Show-Geschichte.

January 2010

Benefizkonzert für Haiti


Anfangs 2010 wurde Haiti von katastrophalen Erdbeben heimgesucht. Als Reaktion auf dessen unvorstellbare Folgen, kamen diverse Künstler zusammen, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. Rihanna, Jay-Z, Bono und The Edge hatten für diesen Anlass sogar eine neue Ballade im Gepäck: «Stranded (Haiti Mon Amour)». Bei dem Benefizkonzert «Hope for Haiti Now», bei dem grosse Künstler wie Beyoncé, Justin Timberlake, Coldplay und Taylor Swift auftraten, kam ein Betrag von über 61 Millionen Dollar zusammen.

March 2010

Lil Wayne zu einem Jahr Gefängnis verurteilt


Auf dem Höhepunkt seines Schaffens befand sich Lil Wayne «Weezy», bürgerlich Dwayne Carter, als er wegen Waffenbesitzes in New York City verhaftet wurde. «Tha Carter III» war sein nächstes Album, das er gerade veröffentlichen wollte, als er eine einjährige Haftstrafe absitzen sollte. Lil Wayne verbüsste acht Monate in RIkers Island, was seinen Schwung in der Musikindustrie stoppte, während seine Schützlinge Drake und Nicki Minaj in seiner Abwesenheit weiter aufstiegen.

September 2010

Lady Gaga trägt Fleischkleid


Bei den MTV Video Music Awards 2010 war Lady Gaga die meistnominierte Künstlerin und die Erwartungen an Gaga’s Präsenz waren gross nach ihrer letztjährigen Performance. Die Antwort kam prompt, als Gaga den Preis für das Video des Jahres in ihrem dritten Outfit des Abends entgegennahm: einem Kleid aus Fleisch, zu dem sie einen ebenso rohen Hut, eine Handtasche und Stiefel trug. Das Fleischkleid wurde sofort zu einer Ikone und machte Gaga zum grenzüberschreitendsten Popstar der Welt. Es wurde von Tierpräparatoren im Stil von Dörrfleisch konserviert und 2011 in der Rock'n'Roll Hall of Fame ausgestellt.

October 2010

Skrillex macht den Dubstep bekannt


Seinen Ursprung hatte der Dubstep bereits in den 1990er Jahren, wobei er eher ein unkommerzieller Musikstil war, dessen Schöpfer und Anhänger am Rande der Popkultur existierten. Skrillex, bürgerlich Sonny John Moore, interessierte sich auch nicht wirklich für den Mainstream, trotzdem erreichte er ihn schnell. Obwohl er von anderen Dubstep-Künstlern und -Fans dafür kritisiert wurde, dass er das Genre zu poppig machte, war er dennoch dafür verantwortlich, dass der Dubstep einem grösseren Publikum bekannt gemacht wurde.

November 2010

Beatles-Katalog auf iTunes


Die Beatles kamen endlich im mp3-Zeitalter an, als sie ihren Musikkatalog, unter anderem aufgrund von Namensstreitigkeiten mit ihrem Multimedia-Unternehmen, auf iTunes stellten. Nach dem sie sich lange Zeit von Apple ferngehalten hatten, verkaufte die Gruppe bei ihrem iTunes-Debüt innerhalb der ersten Woche 2 Millionen Songs und fast eine halbe Million Alben. Damit bestätigten sie die Unvermeidlichkeit, dass alle grossen Künstler des Vinylzeitalters irgendwann auf das digitale Medium umsteigen würden. Es dauerte jedoch nochmals ein halbes Jahrzehnt, bis die Beatles auch auf Spotify zu hören waren.

November 2010

Kanye West & Nicki Minaj veröffentlichen Alben am selben Tag


Das Album «My Beautiful Dark Twisted Fantasy» von Kanye West wurde als eines von seinen Meisterwerken angesehen. Das Album ist ein ausuferndes, ehrgeiziges Werk voller kraftvoller Songs und eklektischer Entscheidungen, wie z.B. Jay-Z, Rick Ross und Bon Iver auf denselben Song zu packen und sie trotzdem in den Schatten zu stellen. Am meisten glänzte Nicki Minaj auf seinem Song «Monster», welche am selben Tag wie West ihr Debütalbum «Pink Friday» veröffentlichte. Ihr Album brachte sie auf einen Kurs, der sie in Geschichtsbüchern an einigen grossen Künstlern vorbeiziehen liess. So definierte an diesem Tag ein Album einen Superstar und ein Album kündigte die Ankunft eines an.

January 2011

Doug Morris als Universal-CEO abgelöst


Es war das Ende einer langen Amtszeit von Doug Morris, als er von Lucian Grainge als Chef von Universal Music International abgelöst wird. Die Amtszeit von Morris umfasste eine der erfolgreichsten Epochen in der Geschichte des Labels. Später, im selben Jahr, wechselte Morris an die Spitze von Sony Music und ging als einziger Plattenmanager, der alle drei grossen Labels leitete, in die Geschichte ein. Doch Grainge erwies sich als ebenso geschickt wie Morris, wenn es darum ging, das Unternehmen zu leiten, insbesondere in der schwierigen Zeit mit dem Aufstieg der digitalen Medien. So wurde Grainge fünf Jahre später von der Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

January 2011

Britney Spears bringt Dubstep in den Pop


Das Album «Femme Fatale» brachte die Pop-Legende Britney Spears Anfang des Jahrzehnts sofort wieder an die Spitze der Charts. Doch es war der Erfolg des Tracks «Hold It Against Me», der Auswirkungen weit über die beteiligten Künstler hinausgingen. Der Song war einer der ersten grossen Hits mit einem Dubstep-Breakdown und etablierte das Genre im Pop-Mainstream. Dies war ein Wegbereiter, sodass auch Justin Bieber, Flo Rida, Jay-Z und Kanye West später Dubstep auf ihren Tracks einbauten.

February 2011

erster Indie-Act gewinnt Grammy für «Album des Jahres»


Als Arcade Fire ihren Grammy für «Album des Jahres» erhielten, hatte die Band noch nicht mal einen Hit in den Billboard-Hot-100-Charts. Der Sieg war eine Bestätigung für eine Underground-Rock-Landschaft, welche durch Websites wie «Pitchfork» und «Stereogum» an Grösse zugenommen hatte. In der Folge darauf, spielten Indie-Veteranen wie LCD Soundsystem und The National in Arenen, ohne auch nur einen Hauch von Mainstream-Radio Zeit zu bekommen.

April 2011

Premiere von «The Voice»


Die neue Reality-Musik-Wettbewerbsshow «The Voice» trat an, um die Beliebtheit wieder anzukurbeln, als die Einschaltquoten und der Einfluss von American Idol zu schwinden began. The Voice verzichtete auf komische Peinlichkeiten der früheren Idol-Runden und brachte so eine sanftere Note in das TV-Format, wobei die Jury als «Coaches» eingesetzt wurden.

July 2011

Amy Winehouse stirbt an Alkoholvergiftung


Die englische Singer-Songwriterin Amy Winehouse, bekannt für ihre krafvolle Stimme und einzigartiger Stil, kämpfte jahrelang gegen ihre Drogen- und Alkoholsucht. Ihre Drogenmissbrauchsprobleme waren oft Futter für die Boulevardpresse und inspirierten einige ihrer Songs. Im Juli 2011 wurde Winehouse tot in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden, wo sie an einer Alkoholvergiftung starb.

August 2011

Duett-Album von Jay-Z und Kanye West


Einmalige Projekte, bei denen sich zwei Rapper zusammengetan haben, hat der Hip-Hop schon viele gesehen. Aber nur wenige Projekte waren ein ganzes Album und dessen Rapper so mächtig wie Jay-Z und Kanye West. Bereits seit Jay-Z’s Werk «The Blueprint», bei dem West an der Produktion mitwirkte, arbeiteten die beiden Künstler zusammen. Mit «Watch the Throne» schaffte das Duo ein der künstlerisch und kommerziell erfolgreichsten Platte dieser Art. Das Album war eine opulente Klanglandschaft mit Produktionen von 88-Keys, RZA, Mike Dean, Q-Tip und anderen. Das Duett-Album, auf welchem einige von Jay-Z’s frischesten Reimen seit Jahren zu hören waren, erhob Kanye West, vom Status des kleinen Bruders, zum Rap-Titan.

August 2011

Katy Perry schreibt Geschichte


Mit ihrem Album «Teenage Dream» stieg Katy Perry in die Spitzengruppe der Pop-Musik auf, als das Album, welches Stimmung und Sound mit Leichtigkeit veränderte, eine historische Glückssträhne hinlegte. Jede veröffentlichte Single katapultierte an die Spitze der Billboard-Hot-100-Charts. «Last Friday Night (T.G.I.F.)» war die fünfte Single des Albums welche veröffentlicht wurde und Perry in die Geschichte eingehen liess. Perry war die erste weibliche Künstlerin, die fünf aufeinanderfolgende Nr. 1-Hits von einem Album erreichte und zog mit Michael Jackson gleich, was die Anzahl der Hot-100-Topper von einem einzelnen Album in der Geschichte von Billboard angeht.

December 2011

Der Einfluss von «Glee»


Die Band fun. war nur wenigen bekannt, als ihr Song «We Are Young» als Abschlusssong der Episode «Hold On to Sixteen» der TV-Serie «Glee» erschien. Innerhalb weniger Monate nach der Ausstrahlung der Episode war der Song jedoch ein Riesenerfolg und erreichte die Spitze der Billboard-Hot-100-Charts. Durch den Erfolg waren fun. gross genug, sodass ihr Sänger ein Duett mit P!nk sang und der Gitarrist für Taylor Swift produzierte. Glee lieferte so den Beweis, dass die Serie gross genug war, um nicht nur alte Hits wieder aufleben zu lassen, sondern auch neue zu prägen.

January 2012

Musikpiraterie in Hintergrund gedrängt


Filesharing-Plattformen zwangen die Plattenfirmen fast in die Knie, als der Musik-Piraterie, welche von der Musikindustrie bekämpft wurde, eine Reihe selbstverschuldeter Fehltritte und kurzsichtiger Irrtümer unterschlichen. Der Piraterie-Hub «MegaUpload» wurde schliesslich von der US-Staatsanwaltschaft geschlossen und ihr Anführer Kim Dotcom wurde verhaftet. Dieser Moment wurde als bedeutender Coup angesehen und trug zusammen mit dem Aufstieg der Streaming-Dienste dazu bei, dass die Musikpiraterie nach einem jahrzehntelangen Kampf weitgehend in den Hintergrund gedrängt wurde.

February 2012

Whitney Houston tot aufgefunden


In einer Badewanne im Beverly Hilton Hotel in Los Angeles wurde Whitney Houston tot aufgefunden. Ein veröffentlichter Bericht des Gerichtsmediziners gab als Todesursache Ertrinken durch Unfall an, wobei Herzerkrankungen und Kokainkonsum als mitwirkende Faktoren genannt wurden. Im Jahr 2020 wurde Houston in die Rock and Roll Hall-of-Fame aufgenommen.

February 2012

Durchbruch von Lip-Synch-Videos


Seit dem Aufstieg von «Musical.ly» und «Lip Sinc Battle» gewannen Lip-Synch-Videos immer mehr an Popularität. Den ersten greifbaren Erfolg hatten die Lip-Synch-Videos mit der Durchbruchssingle «Call Me Maybe» des kanadischen Popstar Carly Rae Jepsen. Die Single erhielt einen Schub, als Justin Bieber neben Stars wie Selena Gomez und Ashley Tisdale in solch einem veröffentlichten Video zu sehen war. Dank dem Lip-Synch-Video wurde der Song zu einem viralen Erfolg.

April 2012

Hologramm-Performance von Tupac


Ein Hologramm von Tupac Shakur «performte» beim Coachella neben Snoop Dogg und Dr. Dre. Der Spezialeffekt, der zwischen 100’000 und 400’000 Dollar gekostet haben soll, diente als Vorlage für die Einführung anderer Hologramm-Touren mit verstorbenen Künstlern wie Roy Orbison und Whitney Houston - obwohl einige dieser Pläne noch nicht verwirklicht wurden.

June 2012

Erster öffentlich schwuler Künstler an Chartspitze


Es war weder ein Ereignisalbum noch wurde es mit Gold ausgezeichnet. Aber «Trespassing» von Adam Lambert war ein gutes Album eines sehr guten Popkünstlers und zumindest eine Woche lang war es ein bescheidenes historisches Album. Denn es erreichte die Spitze der Billboard-200-Charts und machte Lambert zum ersten offenen schwulen männlichen Künstler, der die Charts anführte. Es war ein stiller Meilenstein und einer von vielen wichtigen Schritten für die LGBTQ+-Gemeinschaft in der Popmusik.

June 2012

Swedish House Mafia geben Auflösung bekannt


Obwohl sie nur eine Handvoll veröffentlichter Singles vorweisen können, wurde Swedish House Mafia zu einem der herausragendsten Headliner-Acts im Dance- und Popbereich. Die Progressive-House-Supergruppe hatte die Welt der Tourneen erobert, als sie ihre Trennung bekannt gaben. Bevor sie sich jedoch auflösten, gingen sie noch auf eine Welttournee und veröffentlichten ihre bekannteste Single «Don’t You Worry Child». Später Veröffentlichten alle Mitglieder, Sebastian Ingrosso, Axwell und Steve Angello Musik unter ihrem eigenen Künstlernamen.

July 2012

Frank Ocean über seine Sexualität


Ein Journalist wies in seiner Rezension, nachdem er bei einer Hörprobe von Frank Oceans Debütalbum «Channel Orange» dabei war, darauf hin, dass der aufstrebende R&B-Star Frank Ocean in romantischen Liedern männliche Pronomen verwendete. Um den Spekulationen zuvorzukommen, wandte sich Ocean als Reaktion darauf, mit einem offenen Brief zu seiner Sexualität, an die Öffentlichkeit. Ocean äusserte und erklärte, dass er sich früher in seinem Leben in einen Mann verliebte, es aber versäumt hatte, sich selbst ein Etikett zu verpassen. Für seinen Mut, der Welt zu zeigen, wer er wirklich ist, und zu unterstreichen, wie wichtig Sichtbarkeit für die LGBTQ+-Gemeinschaft sein kann, wurde Ocean von vielen Künstlern gelobt.

July 2012

Gangnam Style


Es gibt populäre und es gibt virale Hits. Und dann gibt es noch allgegenwärtige Hits wie Psy’s «Gangnam Style», der hunderte von Millionen Menschen mit der koreanischen Popmusikszene über ein Musikvideo und einen globalen Tanzwahn vertraut machte. Am 21. Dezember 2012 wurde das Musikvideo, das erste YouTube-Video, das eine Milliarde Aufrufe erreichte. Die weltweite Popularität des Videos war eine Fallstudie für die Macht und Unberechenbarkeit von viralen Internetinhalten.

October 2012

Mumford & Sons's «Babel»


Nachdem das Debütalbum «Sigh No More» von Mumford & Sons zu einem der heimlichen Bestseller des frühen Jahrzehnts geworden war, wurden die hochgesteckten Erwartungen mit der atemberaubenden ersten Woche des zweiten Albums «Babel» erfüllt. Das Album, welches durch seine hymnischen Refrains geprägt ist, gewann einen Grammy für das Album des Jahres und schon bald spielte jeder, von Imagine Dragons über Avicii bis hin zu One Direction «Stadion-Folk».

November 2012

Adeles «21» mit Diamant zertifiziert


Seit Ushers «Confessions» war kein neues Album erschienen, dass mit dem Diamant-Zertifikat (achtstellige Verkaufszahlen) ausgezeichnet wurde, oder auch nur in die Nähe kam. Zur Ausnahme von jeder Regel, die wir über die Verkaufszahlen des 21. Jahrhunderts gelernt zu haben glaubten, wurde Adele. Ihr Album «21», brachte drei Nr-1-Hits in den Billboard-Hot-100-Charts hervor, führte 24 Wochen lang die Billboard-200-Charts an und gewann so gut wie jeden denkbaren Grammy. So erhielt das Album weniger als zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung die Diamant-Zertifizierung der RIAA (Recording Industry Association of America). Es war die letzte Diamant-LP, zumindest bis Adele's nächstes Album veröffentlicht wurde, versteht sich.

February 2013

Beyoncé performt am Super Bowl


Mit dem Album «4» hatte Beyoncés ihr kommerziell am wenigsten erfolgreiches Album hinter sich und die Super Bowl-Halbzeitshow kämpfte damit ihre Identität zu finden, nachdem der Auftritt von The Who im Jahr 2010 ziemlich endgültig bewiesen hatte, dass die klassische Rock-Ära des Super Bowls vorbei war. Trotzdem meisterte Beyoncé ihr Set mit neuen und alten Singles, einschliesslich eines Destiny’s Child-Reunion-Miniset meisterhaft. Der Auftritt wurde gelobt, die Halbzeitshow war wieder da, und Beyoncé hat sich als zuverlässiges Geschäftsmodell für Grossveranstaltungen für den Rest des Jahrzehnts erwiesen.

March 2013

Let's do the «Harlem Shake»


Um den Prozentsatz des nationalen Musikkonsums durch YouTube nicht zu vernachlässigen, kündigte Billboard an, dass sie ihre Charts-Formulierungen ändern würden, um die YouTube-Streaming-Zahlen zu berücksichtigen. Die Auswirkung auf die Charts war unmittelbar und seismisch: «Harlem Shake», zuvor ein unbedeutender Underground-Dance-Hit von DJ Baauer aus Brooklyn, sprang auf Platz 1 der Charts. Dies dank einem viralen Video-Meme, zu welchem der Hit den Soundtrack lieferte. Der Song war damit beliebtester Song des Landes, obwohl die meisten Top-40-Sender noch nichts von seiner Existenz wussten. Das Radio konkurrierte ab diesem Punkt mit dem Internet als wichtigster Motor für Popstars.

April 2013

Country meets Hip-Hop


Als die Single «Cruise» der Country-Band, Florida Georgia Line, die Charts eroberte, war die Band ohne Plattenvertrag. Der Erfolg führte zu einem Plattenvertrag, wobei Scott Borchetta, CEO der Plattenfirma, die Chance sah, einen Remix mit dem Rapper, Nelly, zu produzieren. Der Remix mit Hip-Hop-Akzenten stieg erneut in die Charts ein und erreichte Platz 4 der Billboard-Hop-100-Charts. Der Remix wurde nicht nur zum meistverkauften Country-Download aller Zeiten, sondern wurde auch zum Sinnbild für die verschwimmenden Grenzen zwischen den Pop-Genres.

April 2013

Kombination aus Disco und Funk


Rapper Pharrell Williams machte bereits seit den frühen 1990er Jahren Musik, ebenso wie das maskierte französische Duo Daft Punk. Doch als sie beschlossen zusammenzuarbeiten, kreierten sie mit «Get Lucky» einen Hit der weltweit an die Spitzen der Charts stürmte. Das Retro-Motiv, eine Kombination aus Disco und Funk, wurde unglaublich populär und zog unzählige Remixe und Coverversionen nach sich.

August 2013

Miley Cyrus und Robin Thicke schockieren die Welt


Der ehemalige Kinderstar Miley Cyrus hatte sich mit ihrem Album «Bangerz» neu erfunden und wer sich auf diese Entwicklung nicht geachtet hatte, wurde bei den MTV Video Music Awards eines Besseren belehrt. Die Leadsingle «We Can’t Stop», ein drogenanspielender Hip-Hop beeinflusster Song, sollte Cyrus in einem gemeinsamen Medley mit Robin Thicke performen. Thicke's eigener Hit «Blurred Lines» war wegen seines ultra expliziten Musikvideos und des problematischen Textes umstritten. Mit der Aufregung über ihren twerk-lastigen Auftritt, der unter anderem der rassistischen Aneignung beschuldigt wurde, brachten die beiden den Kurznachrichtendienst Twitter ins Trudeln und beherrschten wochenlang die Nachrichten. Miley Cyrus hatte ihre Karriere seitdem mehrfach neu gestaltet, aber Thicke hatte sich nie ganz davon erholt.

November 2013

Disney's «Let It Go»


Soundtrack-Verkäufe waren zu diesem Zeitpunkt nach den Worten von Musikmanagern grösstenteils «eine vergangene Ära». Der Soundtrack zu Disney’s Animationsfilm «Frozen» schaffte es alle Erwartungen zu übertreffen. Innerhalb weniger Monate erzielte der Soundtrack mehr als eine Million Albumverkäufe und Hunderte Millionen Streams, ganz zu schweigen von einem Oscar-Gewinn für den Titelsong «Let It Go».

December 2013

Beyoncé Album überrascht die Welt


Ohne Vorwarnung veröffentlichte Beyoncé 14 neue Songs und 17 Videos in einem, wie sie es nannte, «visuellen Album», das den Titel Beyoncé trägt. Auch Ehemann Jay-Z und die zweijährige Tochter Blue Ivy wirkten mit. Die Platte, die in einer Pressemitteilung als «nicht-lineare Reise durch die Gedanken und Visionen von Beyoncé» beschrieben wurde, die «als umfassendes audio-visuelles Werk von oben nach unten konsumiert werden soll» - löst eine Welle von Überraschungsalben in den nächsten Jahren aus, da Künstler erkannten, dass überraschende Veröffentlichungen im digitalen Streaming-Zeitalter genauso viel Wirkung haben können wie monatelange Vorbereitungen.

January 2014

Der Grammy, der keiner ist


Macklemore’s vier Grammy-Auszeichnungen überschatteten beinahe seine Nachricht an den ebenfalls nominierten Kendrick Lamar. «Du wurdest beraubt», für das beste Rap-Album und «Ich wollte, dass du gewinnst. Das hättest du tun sollen. Es ist seltsam und es ist scheisse, dass ich dich beraubt habe», teilte Macklemore Stunden später an Lamar mit. In einem Social-Media-Post an seine Fans behauptete Macklemore, Lamar habe den Grammy für das beste Rap-Album verdient. Ein Moment, der sowohl für die wachsende Macht der Künstler über den Mediendiskurs als auch für den schwindenden Einfluss der tatsächlichen Ergebnisse der Preisverleihungen steht.

March 2014

Movie-Soundtracks wieder beliebter


Das Zeichentrick-Musical «Frozen» von Disney war ein grosser Erfolg und ebenso sein Soundtrack. Mit der Power-Ballade «Let It Go» von Idina Menzel brachte der Film einen Hit hervor, der sich über vier Millionen Mal verkaufte. Der Soundtrack erreichte sogar für fünf Wochen die Spitze der Billboard-Hot-100-Charts. Das ist länger als jedes andere filmbegleitete Set seit dem Titanic-Soundtrack. Nach einer relativ Ruhen Phase zeigte sich, dass On-Set-Tracks wieder im Kommen waren. In den nächsten drei Jahren erreichten Soundtracks von «Guardians oft he Galaxy», «Fast & Furious 7», «Suicide Squad» und «Fifty Shades Darker» die Spitze der Charts.

May 2014

Aufzugsvideo mit Jay-Z, Beyoncé und Solange veröffentlicht


Das online Magazin «TMZ» veröffentlichte ein Video, in welchem Solange Knowles, die Schwester von Beyoncé, Jay-Z nach dem Met-Ball in einem Aufzug körperlich angriff, während Beyoncé zusah und ein Bodyguard versuchte einzugreifen. Monatelang kursierten Gerüchte darüber, was zu der Situation geführt hatte und wie sie so öffentlich wurde, denn Beyoncé und Jay-Z sind ein notorisch privates Paar. Die Carters mussten die Spekulationen ertragen, während sie gerade ihre gemeinsame Welttournee beendeten. Schliesslich erfuhr die Öffentlichkeit alle Details mit «Lemonade». Es war das sechste Album von Beyoncé, welches von der Kritik gefeiert wurde. Das Album zeigte den Verrat, den Schock, die Wut, die Akzeptanz und die Vergebung, die Beyoncé durchmachte, nachdem sie herausgefunden hatte, dass Jay-Z sie betrogen hatte.

May 2014

Apple erwirbt Beats Music


Die Marke «Beats» war zum Synonym für Kopfhörer geworden als Dr. Dre und Jimmy Lovine, Mitgründer von Interscope, an der Spitze des neuen Audiotrends standen. Die Welt wusste, dass Steve Jobs Unternehmen etwas Grosses vorhatte, als Apple Beats Electronics und den damals aufstrebenden Streaming-Dienst «Beats Music» für drei Milliarden US-Dollar kaufte. Die Übernahme von Dr. Dre und Lovine schlug in der gesamten Musiklandschaft hohe Wellen. Mit dem Deal wurde der Weg geebnet für den späteren Start von «Apple Music», das sich seither zum zweitgrössten Streaming-Dienst, hinter Spotify, der Welt entwickelt hat.

June 2014

Shawn Mendes Durchbruch


Mittels der Social-Media-App «Vine» startete die Karriere des heutigen Superstars Shawn Mendes. Der kanadische Teenager erreichte eine halbe Milliarde Views auf seinen Sechs-Sekunden-Covern von Justin Bieber und Ed Sheeran. 2013 wurde er dadurch von einem Künstlermanager entdeckt und zu dem Megastar der er heute ist avanciert. Im Sommer 2014 veröffentlichte er seine erste eigene Single «Life of the Party». Er wurde der jüngste Debütant in den Top 25 der US Billboard Hot 100.

July 2014

Erster Rapper im Wembley


Gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, trat Eminem als erster Rapper im 90’000 Zuschauer fassenden Wembley-Stadion auf. Der zweite Termin wurde in den Kalender aufgenommen, nachdem die Wembley-Show von Eminem in nur zwei Tagen ausverkauft war. Die Konzerte hatten eine Setlist mit 35 Titeln und ein unerwarteter Auftritt von Dr. Dre. Das atemberaubende Bühnenbild und eine unvergleichliche Bühnenenergie, werden die Fans nie vergessen.

September 2014

U2's Albumveröffentlichung geht schief


Das Album «Songs of Innocence» der Rockgötter U2 wurde auf eine äusserst zukunftsweisende Weise veröffentlicht. Die Band ging eine Partnerschaft mit Apple ein, wobei das Album auf dem neuen iPhone 6 vorinstalliert war und so den Käufern geschenkt wurde. Obwohl die Aktion als Geschenk gedacht war, wurde sie von Kunden als Invasion empfunden, die das Album vielleicht gar nicht haben wollten und es überraschend schwer fanden, es von ihren neuen Telefonen zu löschen. Die Gefahren einer Einbettung von Musik in die Technologie wurden durch diese fehlgeschlagene Strategie aufgezeigt.

October 2014

Kesha klagt gegen Dr. Luke


Dr. Luke brachte Anfang der 2010er Jahre die Karriere von Kesha ins Rollen und nahm sie bei seinem Label «Kemosabe Records» unter Vertrag. Auch der Sound von Ihrem Debütalbum «Animals» sowie der anschliessenden Alben «Cannibal» und «Warrior» ist zum Teil dem Produzenten Dr. Luke zu verdanken. Als Kesha Dr. Luke jedoch wegen emotionalen Missbrauchs und sexuellen Übergriffe verklagte, nahm die Situation plötzlich eine düstere Wendung. Dr. Luke reichte eine Gegenklage ein und ein jahrelanger Rechtsstreit begann. Während Kesha noch immer nicht aus ihrem bindenden Vertrag entlassen wurde, wurde Dr. Luke, einst herausragender Hitmacher der Popmusik, seither von der Musikindustrie gemieden.

November 2014

Taylor Swift im Streit mit Musik-Streaming


Als Protest gegen das kostenlose Angebot der Streaming-Dienste, zog Taylor Swift abrupt ihren gesamten Katalog von Spotify ab. Sie schrieb eine Botschaft an die Welt: «Musik ist Kunst, und Kunst ist wichtig und selten. Wichtige, seltene Dinge sind wertvoll. Wertvolle Dinge sollten bezahlt werden.» Der Superstar kehrte 2017 zu Spotify zurück, aber ihre vorübergehende Abwesenheit veranlasst die Branche, einen Schritt zurückzutreten und zu erkennen, wie viel Macht Künstler in der Streaming-geführten Ära wirklich ausüben können.

November 2014

Taylor Swift: vom Country- zum Popstar


Taylor Swift war Ende der 2000er Jahre der grösste Country-Superstar der Welt, bevor sie in den 2010er Jahren einen kompletten Pop-Crossover anstrebte. Als Swift ihr Album «1989» veröffentlichte, gipfelte ihr Erfolg in der grössten Verkaufswoche ihrer Karriere und innerhalb mehr als einem Jahrzehnt. Das Album verkaufte sich in der ersten Woche 1,287 Millionen Mal und war Teil einer totalen Übernahme der Charts, was auch dazu führte, dass Swift bei den Grammys 2016 das Album des Jahres gewann. Ab diesem Zeitpunkt war Taylor Swift nicht mehr nur der grösste Country-Superstar sondern auch mit Sicherheit der grösste Popstar.

February 2015

Blurred Lines-Klage


Eine Jury in Los Angeles entschied in einem Schock-Urteil, dass Robin Thicke merklich von Marvin Gayes Hit «Got to Give It Up» aus dem Jahr 1977 abgekupfert hatte, als er mit Pharrell Williams und T.I. den Smash-Hit «Blurred Lines» schrieb, welcher 2013 einer der grössten Hits war. Es wurde eine Auszahlung von mehreren Millionen Dollar an Gayes Nachlass angeordert. Die Musikbranche warnte vor einem Welleneffekt der «Blurred Lines»-Klage, der zu Dutzenden von neuen Urheberrechtsklagen führen könnte.

February 2015

Drake veröffentlicht heimlich ein «Mixtape»


Kaum ein anderes Überraschungs-Album seit «Beyoncé» hielt die Musikwelt in Atem, bis Drake sein «If You’re Reading This, It’s Too Late»-Mixtape veröffentlicht. Obwohl das Album keinen Hit hervorbrachte, waren seine Texte wochenlang in den sozialen Medien unvermeidlich, ebenso wie Memes über das ikonische handgeschriebene Coverbild. Ebenso gab es Debatten über die kontroverse Bezeichnung «Mixtape», weil das Set kommerziell für den digitalen Verkauf und Streaming veröffentlicht wurde. Das Album verkaufte sich gut und bewies, wie viele Wege zum Pop-Mega-Erfolg es mittlerweile gab und dass Drake sie alle zu kennen schien.

February 2015

Justin Bieber auf «Jack Ü»-Album


Die beiden Superstar-Produzenten Skrillex und Diplo hatten während einer gemeinsamen 24-stündigen DJ-Performance ihr Kollaborationsprojekt «Jack Ü» dem ahnungslosen Publikum vorgestellt. Das Set wurde von «Take Ü There» angeführt, einer Zusammenarbeit mit Pop-Talent Kiesza und der Rap-Legende Missy Elliott im Remix. Trotzdem wurde der grösste Starauftritt gegen Ende übertroffen, als Justin Bieber unerwartet beim dramatischen Höhepunkt von «Where Are Ü Now» auftauchte, obwohl sich Bieber nach seinen jahrelangen Mini-PR-Katastrophen immer noch im Pop-Exil befand. Der Song war ein sich langsam aufbauender Hit, der nicht nur Bieber's Karriere wiederbelebte, sondern auch Skrillex und Diplo als A-Listen-Pop-Produzenten sowie als Underground-Dance-Helden etablierte.

March 2015

Zayn Malik verlässt One Direction


Eine Boyband mehr mit einem Mitglied weniger. Es war der Tag an dem die grösste Boyband der 2010er Jahre bekannt gab, dass Zayn Malik beschloss One Direction (1D) nach fünf unglaublichen Jahren zu verlassen. Weltweit brachen die Herzen der Fans und es wurde intensiv spekuliert, ob bald die gesamte Band getrennte Wege gehen würde. Noch im selben Jahr brachten 1D, mit den verbleibenden Mitgliedern ein weiteres Album heraus, bevor sie sich in eine Pause verabschiedeten. Seitdem hat die Band jedoch an Einfluss gewonnen, da alle Mitglieder, Harry Styles, Niall Horan, Liam Payne und Louis Tomlinson, Hits in den Billboard-Hot-100-Charts hatten.

March 2015

Carpool Karaoke


James Corden führte in seiner Show «The Late Late Show with James Corden» ein neues Format ein – Carpool Karaoke. Erster Gast der Reihe war Mariah Carey. Die minutenlange «Carpool Karaoke»-Reihe wurde ein Riesenerfolg und 2016 von Apple Music in einem exklusiven Lizenzvertrag aufgekauft, was auf eine vielversprechende Zukunft für Musik in unkonventionellen neuen Medienformen hindeutete.

March 2015

«Tidal» Launch-Event


Jay-Z kaufte für 56 Millionen US-Dollar einen norwegischen Abo-Streaming-Dienst, der als Tidal bekannt war. Der Launch-Event begann mit einer der am meisten Stars besetzten Pressekonferenzen des letzten Jahrzehnts. Jay-Z wurde gemeinsam mit 15 Musikern, darunter Ehefrau Beyoncé sowie Rihanna, Kanye West, Daft Punk, Nicki Minaj, Chris Martin, Calvin Harris, Deadmau5, Jason Aldean, J. Cole, Madonna, Jack White, Arcade Fire, Alicia Keys und Usher, als Miteigentümer der Streaming-Plattform vorgestellt. Dies liess schnell die Kritik aufkommen, dass Tidal eher ein Club für die Musikelite sei, als ein von Künstlern unterstützter Dienst, der unabhängige und kämpfende Musiker fördern würde. Es war der Beginn einer holprigen Reise für den Streaming-Dienst, der seit dem Neustart drei CEOs hatte und damit zu kämpfen hatte, seine bezahlte Abonnentenbasis aufzubauen. Bei der letzten offiziellen Zählung hatte Tidal schätzungsweise 1 Million bezahlte Nutzer, verglichen mit den 50 Millionen des Marktführers Spotify.

June 2015

Taylor Swift's Brief an Apple


Der Launch von Apple Music am 30. Juni wurde von vielen erwartet, und die Entscheidung des Unternehmens, in den ersten drei Monaten kostenlose Testversionen anzubieten, wurde als einfache Möglichkeit angesehen, die Funktionalität des Dienstes bei den Nutzern zu testen. Apples Entscheidung, in diesem Zeitraum keine Tantiemen zu zahlen, hat jedoch den Zorn vieler Menschen auf sich gezogen. Allen voran Taylor Swift, die im Namen ihrer Musikerkollegen einen offenen Brief schrieb, in dem sie diese Entscheidung anprangerte und ankündigte, dass sie ihr Album «1989» nicht über den Dienst veröffentlichen würde. Noch am selben Tag änderte Apple seinen Kurs. Apple versprach, Tantiemen zu zahlen, und schloss eine Partnerschaft mit dem Superstar ab, die zu einer Konzertdokumentation der «1989 World Tour» und einer Reihe von humorvollen Werbespots für den Streaming-Dienst führte.

June 2015

Veröffentlichung von Apple Music


Apple stellte sein lang geplantes Projekt Apple Music vor. Einen Abo-Musik-Streaming-Dienst, der genau das Gleiche macht wie Spotify, wie Tech-Kritiker betonten. Enttäuscht tweetete Daniel Ek, Gründer von Spotify: «Oh ok.» Aber Apples Rivale erwies sich als Hit, da das Unternehmen seine Hardware- und Softwareangebote für die Nutzer geschickt kombinierte und der Welt ausserdem signalisierte, dass die Streaming-Industrie ein Spiel für zwei Spieler sein kann.

June 2015

Apple startet Radiosender


Mit dem Ziel, das Radio für das digitale Zeitalter völlig neu zu gestalten, startete Apple seinen Radiosender «Beats 1» mit Sitz in Los Angeles, New York und London. Moderiert wurde der Sender von den Star-DJ's Zane Lowe, Ebro Darden und Julie Adenuga und sorgte damit für einen grossen Hype und grosses Interesse in der Branche.

July 2015

Albumveröffentlichungen jetzt Freitags


Die International Federation of the Phonographic Industry verlegte alle weltweiten Musikveröffentlichungen auf den Freitag. So sollte die Piraterie auf der ganzen Welt eingedämmt werden und den Künstlern die Möglichkeit gegeben werden, sich auf ihre Social-Media-Kampagnen zu konzentrieren um «die Aufregung und das Gefühl für die Veröffentlichung neuer Musik neu zu entfachen». Wobei sie sich auf Verbraucherstudien berufte, die darauf hindeuteten, dass die Fans am meisten daran interessiert waren, neue Musik zu kaufen, wenn sie ins Wochenende gehen.

July 2015

Drake des Ghostwritings beschuldigt


Meek Mill beschuldigte in einer nächtlichen Twitter-Aktion seinen ehemaligen Kollaborateur, Drake, des Ghostwritings. «Er schreibt nicht seine eigenen Raps!», so Mill und die Fehde begann, welche Meek Mill anführte. Drake legte gleich mit zwei aufeinanderfolgenden Diss-Tracks nach und beendete die Diskussion zum Jahresende mit der erfreulichen Veröffentlichung der Future-Kollaboration «What a Time to Be Alive» und dem viralen Hit «Hotline Bling», seiner bisher grössten Pop-Single.

September 2015

Soundtrack «Hamilton»


Der Erfolg von Frozen's «Let It Go» war kein einmaliger Moment für Soundtracks. Der Soundtrack zu Hamilton, einem Musical über Alexander Hamilton feierte ein rekordverdächtiges Chart-Debüt. Die Cast-Aufnahme debütierte auf Platz 12 der Billboard 200-Charts, eine noch nie dagewesene Zahl. Es zeigte, dass eine Cast-Soundtrack-LP im 21. Jahrhundert als kraftvolles, zusammenhängendes, berauschendes Pop-Erlebnis funktionieren kann.

October 2015

Kanye West kündigt Präsidentschaftskandidatur an


«Und ja, wie ihr in diesem Moment wahrscheinlich schon erraten habt, habe ich beschlossen, 2020 für das Präsidentenamt zu kandidieren.», damit beendete West seine Rede an den MTV Video Music Awards 2015. Die meisten Zuschauer hatten es zwar nicht erraten, aber sie waren dennoch bereit, Kanye für bare Münze zu nehmen. Während seiner epischen Rede blickte er auch auf seinen Zusammenstoss mit Taylor Swift bei den Awards sechs Jahre zuvor zurück und forderte die Branche mit den Worten auf: «Hört auf die Kinder, Bruder!». Der Monolog beherrschte die Diskussion über die VMAs '15 und brachte den Kanye-Kult auf einen Fieberpegel. Zunehmend liess der Auftritt die Menschen darüber nachdenken, ob seine Kandidatur tatsächlich möglich, wenn nicht sogar wünschenswert, wäre.

November 2015

Terroranschläge verändern Sicherheit an Konzerten


Während einem Konzert der Band Eagles of Death Metal im Bataclan in Paris, wurde das Publikum von Terroristen angegriffen, die mit automatischen Gewehren, Granaten und Selbstmordwesten hantierten. Fast 100 Menschen starben. Zwei Jahre später tötete eine Bombe 22 Menschen bei einem Ariana Grande-Konzert in Manchester. In der Folge begannen Konzertveranstalter, extreme Sicherheitstaktiken wie Dampfspürhunde und Anti-Drohnen-Technologie zu testen. Denn während es bei der Sicherheitsbranche früher vor allem um die Kontrolle von Menschenmengen ging, musste sie sich nun auch vor gewalttätigen Angriffen schützen.

December 2015

Adeles «25» bricht den Verkaufsrekord in der ersten Woche


Eineinhalb Jahrzehnte lang stand der Erstwochen-Verkaufsrekord von *NSYNC in den Geschichtsbüchern. Doch Adeles drittes Album «25» brach den Rekord nicht nur, sondern übertraf ihn, indem das Album in der ersten Woche erstaunliche 3,38 Millionen Mal verkauft wurde. In dieser Woche machte die Platte 41 Prozent aller Albumverkäufe in Amerika aus, also doppelt so viel wie die Alben auf den Plätzen 2 bis 100 der Billboard-200-Charts zusammen.

January 2016

David Bowie verliert gegen den Krebs


Der englische Musiker David Bowie starb in seinem Haus in New York City, nachdem er 18 Monate lang an Leberkrebs gelitten hatte. Er starb zwei Tage nach der Veröffentlichung seines fünfundzwanzigsten Studiualbums «Blackstar», welches am selben Tag wie seinem Geburtstag erschien.

January 2016

Rihanna's «ANTI» erhält Platin


Die Veröffentlichung von Rihanna’s Album «ANTI», welches ausschliesslich über Tidal veröffentlicht wurde, verlief holprig. Trotzdem wurde das Album bei seinem Erscheinen, als eines der persönlichsten und durchweg schillerndsten Werke der Künstlerin, als Triumph gefeiert. Es war auch ein enormer kommerzieller Erfolg, der fünf mit Platin ausgezeichnete Singles hervorbrachte und selbst in weniger als einem Tag kommerzieller Verfügbarkeit Platin erreichte. Oder doch nicht? Die RIAA erkannte die 1,4 Millionen Downloads an, die das Album in den ersten 15 Stunden über Tidal absetzte, aber da die Downloads für die Fans kostenlos waren und von Samsung im Voraus gekauft wurden, wurden sie nicht für die Billboard-Zahlen gezählt. Ein paar Tage später fügte die RIAA ihrer Zertifizierungsformel Streaming-Äquivalenzeinheiten hinzu.

February 2016

SFX meldet Konkurs an


Die explosionsartige Zunahme der Popularität von Dance-Musik in den Vereinigten Staaten um die Jahrtausendwende brachte Begeisterung mit sich. Und damit eine Welle neuer Künstler, wobei Robert Sillerman und seine wiedergeborene SFX Entertainment an der Spitze des EDM-Goldrauschs standen. Das Unternehmen verbrachte vier Jahre damit, kleinere Veranstalter und Festivals aufzuschnappen und ein wahres Tanzmusik-Konglomerat mit einem Download-/Streaming-Service und einer Künstlermanagement-Abteilung zu schaffen. Im Oktober 2013 ging das Unternehmen zu einem Preis von 12 Dollar pro Aktie an die Börse und schon zwei Jahre später verblasste das grosse EDM-Geschäft, und der SFX-Traum war ausgeträumt. Die Aktie stand bei 0,05 Dollar, das Unternehmen war insolvent und Sillerman zum Ausstieg gezwungen.

February 2016

Kanye West: Ima fix wolves


Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung seiner LP «The Life of Pablo» erklärte Kanye West, dass er mit dem Album noch nicht ganz fertig sei. Der Track «Wolves» sollte noch ein Update bekommen. Einen Monat später ging West sogar noch einen Schritt weiter, indem er ganze 12 Songs des Albums aktualisierte, hauptsächlich mit Produktions- und Gesangsverbesserungen. Dies zeigte, dass das Konzept der Fertigstellung eines Albums in der Streaming-Ära überholt sein könnte. Oder ist es das Konzept des Albums selbst?

April 2016

Prince stirbt an einer Unmenge von Fentanyl


Im April 2016 ging Prince, Prince Rogers Nelson, der für seine extravagante, androgyne Persönlichkeit und grosse Stimme bekannt war, von uns. Um seinen tragischen Tod gab es Spekulationen, nachdem er in seinem Anwesen in Minneapolis tot aufgefunden wurde. Prince litt unter chronischen Schmerzen und nahm deshalb Fentanyl um diese zu bekämpfen. In einem toxikologischen Bericht, der der Associated Press vorlag, wurde enthüllt, dass in Prince's Blut, Leber und Magen eine solch hohe Menge des synthetischen Opioids gefunden wurde, die ihn zweifellos getötet hat.

April 2016

Beyoncé stellt «Lemonade» vor


Als Künstlerin einer gesamten Generation stellte Beyoncé ihr multimediales Beispiel auf dem Sender HBO vor: das visuelle Album «Lemonade». Wenn Beyoncé noch Welten zu erobern hatte, dann hat sie das mit «Lemonade» mit einem einzigen Schlag erreicht. Das Album hat zwar nie einen echten Pop-Radiohit hervorgebracht, aber dennoch das ganze Jahr über die Diskussion beherrscht. Das Album war ikonisch genug, um bei «Saturday Night Live» (SNL) parodiert, von Präsidentschaftskandidaten diskutiert und bei den VMAs im Wesentlichen theatralisch inszeniert zu werden. Der Standard für Pop-Produktionen, den Queen Bey mit ihrem selbstbetitelten Album «Beyoncé» zweieinhalb Jahre zuvor gesetzt hatte, wurde durch das Album in jedem Sinne angehoben.

June 2016

Christina Grimmie nach Konzert attackiert


Nachdem Christina Grimmie, ehemalige Kandidatin bei «The Voice», ein Konzert in Orlando, Florida gab, wurde sie bei einem Meet&Greet von dem 27-jährigen Kevin James Loibl angegriffen. Loibl schoss mehrfach auf Grimmie, wobei sie durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde. Der Täter wurde unmittelbar nach der Schussabgabe durch Grimmie’s Bruder zu Boden gerungen, wobei er sich jedoch befreien konnte und sich selbst erschoss. Christina Grimmie`s Tod wurde später in einem Krankenhaus festgestellt.

June 2016

Die schlimmste Massenschiesserei der USA


Eine späte Samstagnacht, in einem beliebten LGBTQ+-Club in Orlando, Florida, verwandelte sich in eine schreckliche Szene mit dem Nachtclub «Pulse» als Schauplatz. Als ein Schütze das Feuer auf den überfüllten Nachtclub eröffnete und 49 Menschen tötete und weitere 53 verletzte, wurde die Tat zur schlimmsten Massenschiesserei in der Geschichte der USA. Nach den erschütternden Ereignissen im Pariser Bataclan, vor weniger als einem Jahr, veranlasste der Terroranschlag die Konzert- und Nachtclubbranche erneut dazu, sich mit Sicherheitsmassnahmen, Metalldetektoren und anderen Möglichkeiten zum Schutz der Besucher zu befassen, während eine Stadt erneut zum Trauern gezwungen war.

June 2016

Kanye West stellt «Famous»-Video vor


Kanye mietete ein ganzes Basketballstadion, um ein Musikvideo für seinen Song vorzustellen, in dem er auf beleidigende und absurde Art und Weise darüber spricht, dass er immer noch mit seiner Pop-Nemesis, Taylor Swift schlafen könnte. Das Video hat die Berühmtheiten von West nur noch weiter verstärkt. Das Video war ein zehnminütiger Kurzfilm, gefilmt wie eines der gruseligen Videobänder aus David Lynch «Lost Highway». Es bestand aus unheimlichen Puppen von so ziemlich jedem Prominenten, der 2016 Schlagzeilen machte, darunter Bill Cosby, der besiegte Kanye-Feind Ray J und natürlich der zukünftige Präsident Donald Trump, wobei alle zusammen in einem Bett schlafen. Dieser Moment war Ruhm, wie ihn Kanye kennengelernt hatte.

August 2016

Frank Ocean's Doppelschlag


Frank Ocean veröffentlichte sein Album «Endless» exklusiv auf Apple Music. Diese Veröffentlichung erfüllte auch die vertragliche Verpflichtung gegenüber der Universal Music Group. Einen Tag später veröffentlichte er jedoch ein zweites Album «Blonde», nicht exklusiv auf Apple Music, das von Kritikern allgemein als das bessere Album gelobt wurde. Aufgrund der fehlenden Beteiligung des Labels spielte «Blonde» dem Künstler somit einen weitaus grösseren Teil der Tantiemen ein. Darauf reagierte der Vorsitzende von Universal, indem er Streaming-Exklusivangebote bei dem Musikunternehmen sofort verbot. Somit wurde eine Strategie in der Industrie zunichte gemacht, auf die Musik-Labels fast das ganze letzte Jahr über scharf waren.

August 2016

Young Thug's Albumcover


Als Young Thug sein neuestes Mixtape «No, My Name Is Jeffery» veröffentlichte, sorgte das Coverbild, auf dem er in einem rockähnlichen Kleidungsstück zu sehen war, für Aufregung im Internet. Der Designer Trincone hatte das Kleid mit vielen der gleichen Ideologien im Kopf entworfen, an die Thug glaubte, insbesondere Androgynität und geschlechtsneutrale Identität. Dieser Akt eines schwarzen Mannes, der einen Rock auf seinem Albumcover trug, half dabei die Definition von Männlichkeit weiterzuentwickeln, besonders in der schwarzen Community und noch mehr in der Hip-Hop-Landschaft. Dennoch war der Rapper aus Atlanta lediglich das Nebenprodukt einer langsamen Entwicklung, die seit Jahren stattfand - Männer, die sich kreativ ausserhalb der Geschlechternormen ausdrückten - und die vor ihm schon von Leuten wie Prince und Kanye West erreicht wurden.

September 2016

Twenty One Pilots Erfolg


Die wohl grösste Rockband des Jahrzehnts waren Twenty One Pilots. Mit drei Top-5-Hits in den Billboard-Hot-100-Charts erklommen sie kommerzielle Höhen, die sich Rockbands in den 2010er Jahren selten leisten konnten. Zwei Hits, «Heathens» und «Ride», landeten sogar in der gleichen Woche in den Top-5. Dieser Moment machte das Duo zum ersten Rock-Act seit den Beatles, der das erreichte. Das Duo, das ebenso stark von Pop, EDM und Hip-Hop beeinflusst war wie von Rock würde sich selbst kaum so konventionell definieren. Nichtsdestotrotz boten sie ein Modell für Rockstars des 21. Jahrhunderts, an dem sich in den kommenden Jahren zweifellos viele Bands orientieren würden.

September 2016

The Chainsmokers erklären sich


Kurz nachdem ihr weltberühmtes Halsey-Duett «Closer» sie zum ersten Mal an die Spitze der Hot 100 gebracht hatte, feierten The Chainsmokers in einer Billboard-Titelgeschichte ihre Coming-out-Party. In der Geschichte wurden sie der Welt zunächst als Act hinter dem Hit «SELFIE» und dann als Produzenten hinter einer Reihe von Frauen gesungenen Pop-Hits vorgestellt. Für einige vorsichtige Kommentare erntete das Duo viel Kritik, in denen es seine eigene Fratzenhaftigkeit betonte, sein Wissen über seine eigenen Social-Media-Kennzahlen darlegte und mit der Größe seines gemeinsamen Penis prahlte. Doch eines wurde durch das Porträt deutlich, EDM erlebte gerade seinen Silicon-Valley-Moment, und Andrew Taggart und Alex Pall waren die führenden Tech-Bros.

October 2016

Nostalgie zahlt sich aus


Das «Desert Trip»-Festival, auch bekannt als das «Coachella für alte Leute», bewies den Zweiflern das Gegenteil. Es wurde ein Killer-Festival mit beeindruckenden Auftritten von den Rolling Stones, Neil Young, Paul McCartney, Roger Waters, Bob Dylan und The Who. Der beispiellose finanzielle Umfang, drei-Tages-Tickets kosteten bis zu 1599 Dollar pro Person, führte zu einem rekordverdächtigen Bruttoergebnis von 160 Millionen Dollar. Das lag weit über den 94 Millionen Dollar, die Coachella einspielte.

October 2016

Sony Music erhält neuen CEO


Wie bereits erwartet, wurde der Chef von Columbia Records, Rob Stringer, zum neuen CEO von Sony Music Entertainment ernannt. Bei Columbia hatte Stringer mit Künstlern wie Adele, Beyoncé, Daft Punk, David Bowie und One Direction unter seiner Führung eine grosse Erfolgsserie. Er tratt damit die Nachfolge von Doug Morris, den langjährigen Manager der Branche, als CEO an.

November 2016

Mannequin-Challenge zu «Black Beatles»


Ein langer Fan- und Internet-Favorit wurde über Nacht dank Rae Sremmurd zu einem der grössten Hits des Jahres, indem sie buchstäblich nichts taten. Bei einer Show im November in Denver erstarrte das Duo zu Beginn ihrer «Sremmlife 2»-Single «Black Beatles» auf der Bühne und forderte das Publikum auf, dies ebenfalls zu tun. Sie beteiligten sich so an der aufkommenden Mannequin-Challenge. Sowohl der Song als auch die Challenge explodierten von da an, denn «Black Beatles» schoss auf Platz 1 der Billboard-Hot-100-Charts, und schon bald fror jeder, von Michelle Obama bis Paul McCartney selbst, im Video ein. Es war nicht der erste Meme-getriebene virale Hit, aber nach «Black Beatles» schienen sie wöchentlich aufzutauchen.

December 2016

Camila Cabello verlässt Fifth Harmony


Und wieder verlor eine Band ein Mitglied. Vier Jahre nach der Gründung bei der TV-Show «The X Factor» war Fifth Harmony zu Amerikas grösster Girlgroup des Jahrzehnts geworden. Umso schockierender war es für die Harmonizer, wie die Fans genannt werden, als im Dezember Camila Cabello bekannt gab, dass sie die Gruppe verlassen würde. Cabello war das erste Mitglied der Gruppe, das sich mit Hit-Kollaborationen mit Shawn Mendes und Machine Gun Kelly auf Solopfaden versuchte und erfolgreich wurde. Ganz so reibungslos ging die Trennung jedoch nicht über die Bühne. Die Gruppe war sichtlich überrascht und enttäuscht von Cabellos Entscheidung, was zu einer ganzen Reihe von Andeutungen führte, was hinter den Kulissen wirklich vor sich ging.

December 2016

George Michael tot aufgefunden


An Weihnachten 2016 wurde George Michael tot, in seinem Bett, in seinem Haus aufgefunden. Michael lebte ein sehr privates Leben und ging nur selten auf Tournee, daher war es nicht weiter verwunderlich, dass er im Jahr zuvor kaum in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Eine Autopsie ergab, dass der ehemalige Frontmann von «Wham!» an einer Herzkrankheit litt. Sein Tod löste weltweit Schockwellen aus und erinnerte Millionen von Fans daran, dass Michael sich nie davor scheute, unvorstellbaren Erfolg zu verlassen, wenn er das Gefühl hatte, es sei Zeit für eine Veränderung.

January 2017

«Despacito»


Luis Fonsi und Daddy Yankee trotzen mit ihrem spanischen Hit «Despacito» der Schwerkraft, welcher in die Stratosphäre der Musik hochschoss. Das YouTube-Video war das erste mit fünf Milliarden Aufrufen und der meistgestreamte Track weltweit. Die grösste Leistung war jedoch, dass der Song die Sprachbarriere für Pop-Hits in den USA durchbrochen und dem Publikum gezeigt hatte, dass Musik nicht vollständig verstanden werden musste, um geliebt zu werden.

February 2017

Future löst sich selbst ab


Was ist besser als ein einziges Nummer-Eins-Debütalbum? Gleich zwei, Rücken an Rücken. Future’s Album «HNDRXX» löste sein anderes Album «Future» von der Spitze der Billboard 200 Charts ab. Das zeigte, wie verrückt die Dinge in der Ära des billigen und sofortigen Musikvertriebs und -zugangs werden können. Das Ganze mag ein Verkaufstrick gewesen sein, aber es spiegelte auch das Verhalten des Publikums wider: Die Fans verschlangen neue Musik von grossen Künstlern so schnell, wie diese sie veröffentlichen konnten.

February 2017

Grammys heissen Streaming-Alben willkommen


Die Recording Academy kündigte an, dass ab sofort auch reine Streaming-Alben für die Grammys zugelassen werden. Chance the Rapper schrieb im nächsten Jahr Grammy-Geschichte, als «Coloring Book» die erste Grammy-gekrönte Platte wird, die keine physischen Kopien verkauft. «Ruhm oder vermeintlicher Erfolg, das kommt alles vom Gruppendenken», sagt einst Chance über seine persönliche Einstellung. Eine Philosophie, die auch für das Regelwerk der Grammys gilt.

March 2017

Drake veröffentlicht 22-Track


Drake veröffentlicht eine 22-Track-Platte, die keine Platte ist. Drake betont, dass es sich bei «More Life» weder um ein Album noch um ein Mixtape handelt. Stattdessen ist es eine Playlist, die als «eine Sammlung von Songs, die zum Soundtrack deines Lebens werden», dienen soll. Die 82-minütige Nicht-Platte führt den Hörer von karibischem Dancehall bis zu südafrikanischem House, und die Selbstbezeichnung als Gemeinschaftswerk unterstreichen das.

April 2017

«Despacito» erreicht neuen Höhepunkt


Luis Fonsi's und Daddy Yankees Hit «Despacito» war auf dem besten Weg, einer der wichtigsten Latin-Hits des Jahres 2017 zu werden. Doch als Justin Bieber für den Remix einsprang, beschleunigte dies die Entwicklung des Songs auf unnatürliche Weise und liess ihn in den Charts nach oben schnellen. Der Song wurde zu einem der grössten Hits des Jahres 2017 und zu einem der grössten des gesamten Jahrzehnts. Der Hit hielt sich rekordverdächtige 16 Wochen lang an der Spitze der Billboard-Hot-100-Charts, wobei die Auswirkungen tiefgreifend waren. Hits von Latin-Künstlern wie Maluma und J Balvin stiegen später, im gleichen Jahr, ebenfalls in die Charts ein und durchbrachen die Höchstwerte, die sie ein oder zwei Jahre früher hätten erreichen müssen.

April 2017

Das Festival das nicht war


Ist Billy McFarland ein Genie oder ein Wahnsinniger? Das Fyre Festival war eine als elitäres Musikfestival geplante Veranstaltung, die 2017 auf der Bahamas-Insel Exuma vorzeitig abgebrochen wurde. Organisiert wurde das Event von Billy McFarland, CEO von Fyre Media Inc. und dem Rapper Ja Rule. Ziel war, die gleichnamige Fyre-App zu promoten. Aufgrund unzureichender Vorbereitungen bei gleichzeitig sehr aufwendiger und viraler Bewerbung der Veranstaltung, die zu entsprechenden Erwartungen seitens der Besucher führte, entwickelte sich das Festival zu einem Fehlschlag mit betrügerischem Anstrich. In der Folge kam es zu mehreren Prozessen gegen die Beteiligten, in deren Verlauf sich unter anderem McFarland im März 2018 als des Betruges schuldig bekannte und im Oktober 2018 zu sechs Jahren Gefängnis sowie einer Strafzahlung in Höhe von 26 Millionen US-Dollar verurteilt wurde.

May 2017

L.A. Reid verlässt Epic Records


In seinen drei Jahrzehnten in der Musikbranche stieg L.A. Reid vom Funk- und R&B-Schlagzeuger zum Chairman / CEO von Epic Records auf. Reid hatte 2017 einen beeindruckenden Erfolgslauf mit Hits von Future, DJ Khaled und Travis Scott, um nur einige zu nennen. Als die Muttergesellschaft Sony Music bestätigte, dass Reid das Unternehmen verlassen hat, kam es zu einem plötzlichen Zusammenbruch. Unmittelbar nach seinem plötzlichen Abgang wurden Vorwürfe der sexuellen Belästigung laut, ein schändliches Ende einer ansonsten erfolgreichen Karriere als Musikmanager.

June 2017

One Love Manchester


Am 22. Mai 2017 wurde mit einer Sprengladung ein Selbstmordattentat, in der Manchester Arena in Manchester nach einem Konzert von Ariana Grande, verübt. 23 Menschen, darunter der Attentäter, wurden getötet und 116 wurden schwer verletzt. Wenige Stunden nach Ende des Konzerts hatte sich Grande via Twitter und Facebook zu Wort gemeldet: «Mein Herz ist gebrochen. Es tut mir unendlich leid. Mir fehlen die Worte.» Sie unterbrach ihre Tournee und gab später bekannt, ein Benefizkonzert in Manchester für die Opfer des Anschlags zu organisieren. Das Benefizkonzert fand am, 4. Juni 2017 im Old Trafford Cricket Ground in Manchester statt und wurde von etwa 50’000 Menschen besucht. Weitere Künstler waren unter anderem Justin Bieber, The Black Eyed Peas, Coldplay, Miley Cyrus, Niall Horan, Little Mix, Katy Perry, Take That, Pharrell Williams, Marcus Mumford und Robbie Williams. Die Erlöse des Konzerts gingen an den Nothilfefonds We Love Manchester Emergency Fund, der nach dem Anschlag in der Manchester Arena von der Stadt Manchester und dem Britischen Roten Kreuz eingerichtet wurde. Die Veranstaltung wurde in mindestens 38 Ländern übertragen.

July 2017

Chester Bennington nimmt sich das Leben


Das siebte Album von Linkin Park «One More Light» hatte Platz eins der Billboard-Charts erreicht und die Band stand kurz vor einer Nordamerika-Tournee, als sich ihr Frontmann Chester Bennington, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand, sich das Leben nahm. «Es ist der Engel und der Dämon, der auf beiden Schultern sitzt», sagte der 30 Seconds to Mars-Frontmann Jared Leto einmal über Benningtons Stimme. Bennington kämpfte mit inneren Dämonen wobei Depressionen und Drogenmissbrauch ihn bis ins Erwachsenenalter verfolgten. Trotz allem strahlte Bennington eine positive Zuversicht aus, was seinen Tod umso rätselhafter macht. Zum Zeitpunkt seines Todes, der als Selbstmord durch Erhängen genannt wurde, war er nach Angaben seiner Freunde erst seit sechs Monaten nüchtern.

August 2017

Gucci Gang erobert SoundCloud


Der zweiminütiger Tune «Gucci Gang» von Lil Pump schaffte es, die perfekte Balance zwischen Unschuld und Respektlosigkeit zu finden. Indem er jeden ansprach, schaffte es «Gucci Gang» innerhalb weniger Monate von einem selbstveröffentlichenden SoundCloud-Rapper zu einem Major-Label-Künstler. Das war ebenso ein Beweis für den Erfolg der DIY-Plattform (Do-it-Yourself) SoundCloud wie für die Goldgräberstimmung in der Branche für neue Rap-Talente.

October 2017

Schiesserei an Music Festival


Es war weniger als ein halbes Jahr nach dem Bombenanschlag, nach einem Konzert von Ariana Grande vergangen, als sich ein tödlicher Anschlag beim «Route 91 Harvest Music Festival» in Las Vegas ereignete. Während eines Auftritts des Country-Stars Jason Aldean eröffnete der Schütze, Stephen Paddock, das Feuer auf die Besucher. Der Schütze tötete 58 Menschen und verletzte über 400 weitere, wobei sein Motiv noch immer unklar war. Die Katastrophe warf Fragen über die Sicherheit solcher Veranstaltungen auf und wieso die Musikwelt zu solch einem regelmässigen Ziel für Terror geworden war.

October 2017

«Bodak Yellow» erreicht die Spitze


Cardi B krönte sich mit ihrer Debütsingle «Bodak Yellow», ein knallharter, klugscheissender, von Kodak Black inspirierter Banger, zur aufregendsten neuen Künstlerin im Hip-Hop. Der Hit elektrisierte alle Ebenen der Musikwelt und löste Taylor Swift's «Look What You Made Me Do» an der Spitze der Billboard-Hot-100-Charts ab. Der Song war eine längst überfällige Bestätigung für Frauen im Rap, es war der erste Nummer-1-Hit einer weiblichen Rap-Solomusikerin seit fast zwei Jahrzehnten.

November 2017

Eine weitere Überdosis


Er hätte der Kurt Cobain seiner Generation sein können, doch er starb kurz nach seinem 21. Geburtstag an einer Überdosis. Der Rapper Lil Peep, mit bürgerlichem Namen Gustav Elijah Åhr, starb in seinem Tourbus in Tuscon, Arizona. Die Gerichtsmediziner halten seinen Tod für eine versehentliche Überdosis von Xanax und Fentanyl.

December 2017

Streaming führende Vertriebsform


Streaming hat in diesem Jahr erstmals mehr Geld für die US- Musikindustrie generiert als alle anderen Vertriebsformen. Das wird bekannt, als die Recording Industry Association of America (RIAA) ihre Zahlen veröffentlichte. Das neue Kräfteverhältnis sorgte bei den traditionellen Musikunternehmen zunächst für viel Kopfzerbrechen, doch die meisten haben ihre Anstrengungen und Budgets entsprechend umverteilt.

January 2018

Frauen sollen bei den Grammys «aufstehen»


Eine Zeremonie bei den Grammys, die eine emotionale Aufführung von Kesha's Überlebenshymne «Praying» beinhaltete, zeigte den Mangel an weiblichen Nominierten in den Hauptkategorien auf. Da war es ein besonders schlechtes Timing für den Präsidenten der Recording Academy, Neil Portnow, eine Antwort auf eine Frage über die weibliche Repräsentation unter den Geehrten, bei der grössten Nacht der Musik, zu geben. «Es muss beginnen mit Frauen, die die Kreativität in ihren Herzen und Seelen haben», sagte Portnow nach der Show, «[Sie müssen] nach vorne treten, denn ich denke, sie wären willkommen.». Die Kommentare warfen ein weiteres Schlaglicht auf die Diskussion über das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern bei den Grammys und in der gesamten Branche und führten zur Gründung der Recording Academy «Diversity & Inclusion» Task Force, während Portnow nach der Verleihung 2019 zurücktrat.

March 2018

Charlie Walk verlässt Republic


Tristan Coopersmith, ehemalige Sony-Music-Kollegin von Charlie Walk veröffentlichte einen offenen Brief, in dem sie den Musikmanager Charlie Walk des sexuellen Fehlverhaltens während ihrer Zeit bei Columbia Records beschuldigte. Nach einer externen Untersuchung der Vorwürfe von Coopersmith und vier weiteren Frauen bezüglich seines Verhaltens bei Columbia, Epic und Republic, verliess Walk zwei Monate später seine Rolle als Präsident der Republic Group. Walk, der auch Juror in der FOX-Talentshow «The Four» war, wies die Vorwürfe aller Frauen zurück.

April 2018

Spotify geht an die Börse


Sechseinhalb Jahre nachdem das schwedische Unternehmen den Dienst erstmals in den Vereinigten Staaten vorgestellt hatte, wurde Spotify offiziell als börsennotiertes Unternehmen an der New Yorker Börse notiert. Es war ein bedeutendes Ereignis für das Streaming-Ökosystem. So begannen Investoren herauszufinden, was ein reines Streaming-Unternehmen, das noch nie einen Gewinn gemacht hatte und ohne bankgestützten Börsengang an die Börse ging, wirklich wert war. Und obwohl mehrere hochrangige Führungskräfte kurz nach der direkten Börsennotierung das Unternehmen verliessen und der Aktienkurs mit den Launen des Marktes schwankte, blieb das Unternehmen stark und schrieb im dritten Quartal 2019 zum ersten Mal in seiner Geschichte schwarze Zahlen.

April 2018

Beyoncé's Coachella


In dem, was vielleicht für immer als «Beychella» (Beyoncé’s Coachella) bekannt sein wird, zeigt die 2018er Version des Festivals in der kalifornischen Wüste. Der Superstar marschierte mit einer hundertköpfigen Crew auf die Bühne und zeigte mit einer Schar von Multi-Genre-Freunden und Familienmitgliedern und einer dramatisch neuen Vision, was das traditionell rockorientierte Musikfestival sein kann. Der Überraschungsgast J Balvin schrieb Geschichte, indem er den spanischsprachigen Song «Mi Gente» performte, der auch die Bühne für sein komplettes Set beim Coachella im nächsten Jahr mit Rosalía, Sean Paul bereitete.

April 2018

Kendrick Lamar gewinnt Pulitzer


Für sein Album «DAMN» erhält Lamar als erster nicht-klassischer und nicht-jazziger Künstler überhaupt den Pulitzer-Preis für Musik. Das Pulitzer-Gremium lobt vor allem die «volkstümliche Authentizität und rhythmische Dynamik» von «DAMN».

April 2018

Avicii nimmt sich das Leben


Als sich die Nachricht von Avicii’s Tod verbreitete, erschütterte sie die Dance-Community und die gesamte Musikwelt. Avicii, einer der herausragendsten und erfolgreichsten jungen Künstler der EDM-Ära, hatte lange Zeit mit körperlichen und psychischen Problemen zu kämpfen. Sein Tod, der später als Selbstmord gemeldet wurde, warf unzählige Fragen zu Unterstützungssystemen innerhalb des Genres auf.

April 2018

«Danke Kanye, sehr cool!»


Es ist schwer, nur einen Moment aus diesem Jahrzehnt herauszupicken, in dem Kanye West's politische und ideologische Zugehörigkeit für viele seiner langjährigen Fans besonders beunruhigend wurde. Doch einer der krassesten Moment kam im April 2018. Der Rapper tweetete über Präsident Trump: «Der Mob kann mich nicht dazu bringen, ihn nicht zu lieben. Wir sind beide Drachenenergie. Er ist mein Bruder.». Ein Twitter-Nutzer antwortete darauf mit: «Danke Kanye, sehr cool!». Der Fünf-Wort-Satz wurde zu einer Ikone dafür, wie weit der Rapper in den Augen der linksgerichteten Nutzer gefallen war, und wurde sogar ohne weiteren Kontext in der Endzeit-Hymne «Love It If We Made It» der Alt-Pop-Band, The 1975, zitiert.

May 2018

«This Is America» debütiert bei SNL


Ein neuer sozial bewusster Hip-Hop-Superstar hatte seinen Moment der Krönung. Childish Gambino, alias der Film- und Fernsehstar Donald Glover, hatte sich im Laufe des Jahrzehnts vom Mixtape-Rapper zum Grammy-Gewinner entwickelt. Seinen grössten Erfolg feierte er jedoch, als er bei «Saturday Night Live» (SNL) auftrat und seine neue Single «This Is America» vorstellte, zu der er auch das kontroverse Video präsentierte. Der Clip löste mit seiner Mischung aus stilisierter Choreografie und der erbarmungslosen Darstellung von Gewalt, zwischen Schwarzen, viele Debatten aus. Die Single wurde zu einer Sensation und katapultierte auf Platz 1 der Billboard.Hot-100-Charts. Es war ein seltener Protestsong, der in einer turbulenten kulturellen Zeit die Charts anführte.

June 2018

XXXTentacion getötet


Im Alter von 20 Jahren gehörte XXXTentacion bereits zu den populärsten und umstrittensten Persönlichkeiten der Musikszene. Er hatte zwar eine Vorgeschichte mit kriminellen Vorwürfen, trotzdem schaffte er sich eine Nische als einzigartige Stimme seiner Generation. Der als Jahseh Onfroy geborene Künstler spaltete die Musikwelt. Die einen nahmen die schrecklichen Vorwürfe häuslicher Gewalt, die seine Ex-Freundin gegen ihn erhoben hatte, zum Anlass, seine Musik zu verleugnen, die anderen akzeptierten seine Dementis und begrüssten seine emotionale und introspektive Musik als frischen Wind. 2018 wurde der Künstler bei einem verpfuschten Raubüberfall am helllichten Tag erschossen. Das Schockierende an seiner Ermordung war, dass er mit all dem nichts zu tun hatte, sondern sinnlose Gewalt um ihrer selbst willen darstellte.

June 2018

Drake setzt Streaming-Meilenstein


Das fünfte Studioalbum «Scorpion» des kanadischen Rappers Drake überquert einen Meilenstein. Die Platte wird die erste, die 1 Milliarde Streams in einer einzigen Woche erreichte. Es ist ein Doppelalbum, das aus 25 Tracks besteht. Die erste Scheibe ist hauptsächlich Hip-Hop, während die zweite Scheibe als R&B und Pop beschrieben wurde.

July 2018

erste Rapperin mit zwei No.1-Hits


Mit ihren beiden Hits «I Like It» und «Bodak Yellow» wird Cardi B zur ersten weiblichen Rapperin, die zwei Nummer-Eins-Hits hat. Die selbsternannte «Strip-Club-Mariah Carey» ist ausserdem die erste Künstlerin seit Lady Gaga, die mit einem Debütalbum zwei Top-Hits landete.

August 2018

TikTok fusioniert mit Musical.ly


«Musical.ly» tauchte Anfang des Jahrzehnts als neue Social-Media-Plattform für Jugendliche auf, wo sie virale Videos mit Musik erstellen und mit kreativen Tänzen oder Memes abheben und über Nacht berühmt werden konnten. Der Dienst wurde von dem chinesischen Unternehmen «ByteDance» aufgekauft und mit dem bereits bestehenden «TikTok» verschmolzen. So erhielt das Format einen neuen Aufschwung und führte zu einer ganz neuen Generation von Stars, die sich auf diese Weise kreativ ausdrücken konnten. Trotz der regulatorischen Bedenken, die in den letzten Wochen in den USA auftauchten, blieb TikTok bestehen. Die Verwendung von Musik in den viralen Clips hatte bereits begonnen, die Billboard-Charts regelmässig zu beeinflussen.

September 2018

Mac Miller stirbt 26-jährig


In seinen Songtexten erwähnte Mac Miller, mit bürgerlichem Name Malcolm McCormick, oft seinen Kampf mit dem Drogenmissbrauch. Im Alter von nur 26 Jahren starb Mac Miller an einer versehentlichen Überdosis Kokain, Fentanyl und Alkohol in seinem Haus.

September 2018

Drake stellt Rekord auf


Die R&B-Grösse «Usher» hielt den Rekord für die meisten Wochen auf Platz 1 der Hot-100 in einem Kalenderjahr für fast anderthalb Jahrzehnte. Im Jahr 2018 hat der Superstar und Sänger Drake diesen Rekord jedoch in den Schatten gestellt und sich mit seinen drei Hits «God's Plan», «Nice For What» und «In My Feelings» des «Scorpion»-Albums insgesamt 28 Wochen an der Spitze der Charts gehalten. Dieser Erfolg bestätigte Drake als den bestimmenden Star des ersten Jahrzehnts des Streaming.

October 2018

«Music Modernization Act» in Kraft getreten


Der «Music Modernization Act» war mehr als nur die umfassendste Überarbeitung des US-Urheberrechts seit einer Generation. Für die Musikbranche hatte er bewiesen, dass Interessenvertreter aus allen Bereichen der Branche für eine gemeinsame Sache zusammenkommen und trotz der konkurrierenden Interessen jeder Seite tatsächlich eine Reform durchsetzen können. Die Überarbeitung des Urheberrechts führte dazu, dass die digitalen Rechte in das neue Jahrtausend überführt wurden und dass eine Datenbank geschaffen wurde, die Songwritern und Rechteinhabern dabei helfen würde auf effizientere und transparentere Weise für ihre Arbeit bezahlt zu werden.

November 2018

Ariana Grande veröffentlicht «Thank U, Next»


Mit Spannung wurde Ihre Rückkehr ins Rampenlicht mit dem Album «Sweetener» erwartet und schliesslich auch gefeiert. Was niemand wusste, war, dass sich Ariana Grande einen Hit bis zum Jahresende aufbewahrt hatte und veröffentlichte unerwartet «Thank U, Next» an einem Samstagabend im November. Der Song, der sich an mehrere ihrer berühmten Ex-Freunde wendet, war sowohl wegen seiner Direktheit als auch wegen der Schnelligkeit seiner Veröffentlichung verblüffend. Der Hit folgte nur vier Monate nach «Sweetener» und leitete bereits einen neuen Albumzyklus ein. Doch Grande wollte damit aus der Pop-Mentalität ausbrechen, für jeden neuen Song und jedes neue Album einen ganzen Promo-Zyklus zu benötigen und stattdessen nur dann Musik zu veröffentlichen, wenn ihr danach ist. Es war ein Modell, dem viele Hip-Hop-Stars seit langem folgen und das zum Ende des Jahrzehnts immer mehr Hits hervorbrachte.

December 2018

Frauen-Mangel in den Country-Charts


Die Repräsentation von Frauen in der Country-Musik war ein jahrzehntelanges Problem. Verkörpert durch Künstler wie Luke Bryan, Florida Georgia Line und Blake Shelton übernahm die sogenannte «Bro-Country»-Bewegung Anfang des Jahrzehnts die Playlists. Ende 2018 erreichte der Trend einen neuen Tiefpunkt, als zum ersten Mal seit der Einführung der Country-Airplay-Liste von Billboard im Jahr 1990 keine einzige Frau in den Top 20 der Charts zu finden war.

January 2019

viral dank TikTok


Mit einer Milliarde Downloads der App im Jahr 2018 bewies TikTok, dass es mehr als ein Fleck auf dem Radar der Musikindustrie ist. Die Social-Media-App, in der Nutzer vertonte Videos erstellen, ist gross genug, dass jeder, vom Amateurkünstler bis zum Major-Label, viral gehen kann. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Hits und Musiker, die mit Hilfe der App ihren Durchbruch schafften.

January 2019

«Surviving R. Kelly» Premiere im Fernsehen


Die #MuteRKelly-Bewegung bestand bereits seit Jahren und Ermittlungen zu Vorwürfen von sexuellen Fehlverhaltens gegen Kelly dauerten seit Jahrzehnten an. Es dauerte jedoch bis zur mehrteiligen Dokumentarserie «Surviving R. Kelly», die auf Lifetime ausgestrahlt wurde, bis viele Fans vollständig mit der R&B-Ikone abgeschlossen hatten. Die Serie stellte den Missbrauch und das Fehlverhalten einer ganzen Generation detailliert darstellt und wurde grösstenteils aus der Perspektive von R. Kellys zahlreichen Anklägern erzählt. Monate später wurde die HBO-Dokumentation «Leaving Neverland» ausgestrahlt, die erschütternde Zeugnisse des Missbrauchs durch Michael Jackson enthielt. Gemeinsam wurden die Dokumentationen zu einem Meilenstein in der Auseinandersetzung der Musikindustrie mit einigen seit langem angeklagten Künstlern. Die Dokumentation trug sogar dazu bei, dass R. Kelly im Juli 2019 wegen 18 verschiedener Anklagen verhaftet wurde.

February 2019

21 Savage verhaftet


Am Super-Bowl-Sonntag 2019 ereignete sich eine seltsame Geschichte. Es wurde bekannt, dass der Rapper, 21 Savage, aus Atlanta von der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) verhaftet und festgehalten wurde. Grund dafür war, dass festgestellt worden war, dass er eigentlich im Vereinigten Königreich geboren war. In der Verwirrung um seinen Status wurde Savage neun Tage lang festgehalten, bevor er gegen eine Kaution von 100’000 Dollar freigelassen wurde. Zudem stellte sich heraus, dass er im Alter von sieben Jahren zum ersten Mal in die USA kam und sein Visum abgelaufen war. Der Rapper wandelte diese Erfahrung in etwas Positives, indem er sein Engagement in der Gemeinde und seine Wohltätigkeitsarbeit verdoppelte, 25’000 Dollar an das Southern Poverty Law Center spendete und sich für eine Einwanderungsreform einsetzte.

March 2019

Nipsey Hussle ermordet


Die Nachricht sandte Schockwellen durch die Musikgemeinde, die Stadt Los Angeles und das ganze Land, als bekannt wurde, dass Nipsey Hussle ermordet wurde. Hussle, der mehr als nur ein Rapper oder Künstler war, wurde vor seinem Bekleidungsgeschäft «Marathon» erschossen. Er war ein Aktivist der Gemeinschaft, eine Stimme für Reformen, ein Lehrer und eine Führungspersönlichkeit in seiner Heimatstadt und seiner Nachbarschaft. Er war ein unermüdlicher Fürsprecher für unabhängige Künstler und einer der besten Rapper seiner Generation. Sein Vermächtnis bleibt monumental, und seine Beerdigung füllte das Staples Center.

April 2019

jüngste Künstlerin an Chartspitze


An der Spitze der Billboard-Charts im Jahr 2019 war eine Jugendbewegung mit Hits von Künstlern wie Lil Nas X, Khalid und Shawn Mendes. Die Anführerin war zweifellos Billie Eilish, die mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums «When We All Fall Asleep, Where Do We Go?» den Status eines Superstars erreichte. Das Album sorgte sowohl bei den Verkaufszahlen als auch bei den Streams für Furore. Ihr Song «Bad Guy» brachte ihren ersten Nummer-1-Hit in den Hot-100-Charts hervor. So wurde Eilish im Alter von 17 Jahren zur ersten Künstlerin, die seit der Jahrtausendwende geboren wurde, welche die Spitze der Billboard-Charts erreichte und zur jüngsten Künstlerin insgesamt seit Demi Lovato zehn Jahre zuvor. Die Ablösung in der Popmusik für das nächste Jahrzehnt war offiziell eingeleitet.

May 2019

K-Pop in Amerika


BTS, eine koreanische Gruppe bestehend aus sieben Mitgliedern, wurde als Act ausgewählt, um die Sommerkonzertreihe von «Good Morning America» zu eröffnen. Ein Auftritt, für den viele aufstrebende Pop-Acts in den Staaten töten würde. BTS ist nicht nur die erste koreanische Gruppe, die auf eine ausverkaufte US-Stadiontournee ging, sondern schaffte es auch in die Shows von «Saturday Night Live» und «The Late Show with Stephen Colbert» sowie in das Lineup der Billboard Music Awards.

June 2019

Brand bei Universal


Ein Feuer bedrohte im Jahr 2008 Lagerhallen auf dem Geländer der Universal Studios. In den Lagerhallen befanden sich tausende Filmrollen und Masterbänder von NBC-Universal und der Universal Music Group (UMG). Damals teilte UMG in Veröffentlichungen mit, dass bei dem Feuer nichts verloren gegangen sei. Doch im Juni 2019 berichtete die New York Times, dass diese Aussagen falsch waren und dass bis zu 500’000 Masterbänder bei dem Feuer zerstört wurden. Unter anderem sollen auch Aufnahmen von berühmten Künstlern wie Chuck Berry, Nirvana und Snoop Dogg verloren gegangen sein. Universal hatte sich heftig gegen den Bericht gewehrt.

July 2019

Scooter Braun erwirbt Taylor Swift's Musikkatalog


In einem Post auf ihrer Tumblr-Seite reagierte Taylor Swift mit deutlichen Worten auf die erschütternde Nachricht, dass der Musikmanager Scooter Braun über einen Deal mit Swift's ehemaligem Label die Master ihres Backkatalogs erworben hatte. «Das ist mein Worst-Case-Szenario.», schrieb Swift in dem Post. Weiter fuhr sie fort, wie sie sich in der Vergangenheit von Braun persönlich schikaniert gefühlt hatte und wie sie sich verraten fühlte, dass ihr alter Labelboss Scott Borchetta ihren Katalog in seine Hände legen würde. Dies war nur der Auftakt zu einem erbitterten öffentlichen Streit zwischen Swift und den beiden Managern, der in der gesamten Branche die Frage aufgeworfen hat, was es für einen Künstler bedeutet, nicht seine eigene Musik zu besitzen.

August 2019

«Old Town Road» bricht Allzeitrekord


Lil Nas X schaffte es mit seinem Hit «Old Town Road» in die Billboard-Geschichtsbücher einzugehen. Der Song war an der Spitze der Charts für eine Rekorddauer von 19 Wochen. Der Hit nutzte jede Gelegenheit zur Viralität, von TikTok-Memes über schlagzeilenträchtige Remixe bis hin zu Kontroversen in den Charts. Er bewies, dass Ende der 2010er Jahre jeder Song von jedem aus dem Nichts auftauchen und zu einem der grössten Hits aller Zeiten werden kann. Vor allem, wenn der Künstler den modernen Musikkonsum und das Internet im Allgemeinen versteht.

August 2019

J Balvin Lollapalooza-Headliner


Viele fragen sich ob der Latin-Pop-Boom in den USA ein Trend sei, nachdem «Despacito» Chartgeschichte geschrieben hatte, wie es zum Beispiel bei Marc Anthony und anderen um die Jahrtausendwende der Fall war. Doch stattdessen wuchsen die grössten Künstler des Latin-Pop immer weiter in ihrer Fangemeinde und Streamingzahlen und am Ende des Jahrzehnts waren sie in den USA vollwertige Popstars. Einen wichtigen Massstab setzte J Balvin, der als erster Latino-Künstler das jährliche Lollapalooza-Festival in Chicago anführte. Es war ein historischer Moment, der zeigte, wie global die Popmusik im Laufe des Jahrzehnts geworden ist.

August 2019

Jay-Z kooperiert mit der NFL


Die National Football League (NFL) behandelte den aktivistischen Quarterback Colin Kaepernick und seine Reihe stiller Proteste äusserst fragwürdig. Daraufhin verbrachte Jay-Z einen Grossteil der späten 2010er Jahre damit, die NFL in seinen Texten zu verunglimpfen und rappte 2018: «Ich sagte nein zum Super Bowl, du brauchst mich, ich brauche dich nicht» und «Jede Nacht sind wir in der Endzone, sag der NFL, dass wir auch in Stadien sind.». Umso schockierender war es, als bekannt wurde, dass Jay-Z und seine Firma Roc Nation eine Partnerschaft mit der NFL eingegangen waren. Der Rapper behauptete, er könne so mehr tun, um die Sache von Kaepernick und anderen durch eine direkte Partnerschaft mit der Liga voranzubringen, und erklärte: «Es gibt zwei Teile des Protests: Man geht raus und protestiert, und dann sagt das Unternehmen: ‹Ich höre dich. Was machen wir als nächstes? ›» Nichtsdestotrotz empfanden viele langjährige Fans die scheinbare Kehrtwende als schockierend, wenn nicht sogar als regelrecht enttäuschend.

November 2019

Mehr als eine Billion Streams in diesem Jahr


Streaming war zu Beginn der 2010er Jahre mit YouTube, das 2005 ins Leben gerufen wurde, als einzigem echten Dienst der sich dieser Idee widmete, noch ein neues Konzept. Im folgenden Jahrzehnt wurde dank Diensten, wie Spotify, Apple Music, SoundCloud und weiteren, klar, dass Streaming das Ökosystem des Musikhörens und das Musikgeschäft im Allgemeinen dominierte. Die Streaming-Einnahmen übertrafen im Jahr 2017 in den USA zum ersten Mal die Einnahmen aus dem Verkauf. Im November 2019 überschritt die Gesamtzahl der Audio- und Videoabrufe in den USA zum ersten Mal die Marke von einer Billion in einem Kalenderjahr. Ein monumentaler Meilenstein, der in ein paar Jahren sicher schon wieder vergessen sein wird.

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