August 1958
Billboard führt Hot-100-Charts ein
Die Zeitschrift «Billboard» veröffentlicht wöchentlich die Billboard-Hot-100, was die Standard-Rekordcharts der Musikindustrie in den Vereinigten Staaten für Songs sind. Die Chartplatzierungen basieren auf den Verkäufen (physisch und digital), der Radioausstrahlung und dem Online-Streaming in den Vereinigten Staaten. Der erste Nummer-1-Song der Billboard-Hot-100 war «Poor Little Fool» von Ricky Nelson.
May 1959
Die erste Grammy-Verleihung
In einem mit Stars gespickten Los Angeles fand die erste Grammy-Verleihung statt und wurde von der National Academy of Recording Arts & Sciences (NARAS) präsentiert. Im Grand Ballroom des Beverly Hilton versammelten sich die Stars und Sternchen zu einem Galadinner und der Preisverleihung. Insgesamt wurden 28 Preise, unteranderem an Frank Sinatra, verliehen. Gemäss Christine Farnon, einer der Hauptorganisatorinnen der Show, welche später Executive Vice President der Academy wurde, waren die Grammy Awards von Anfang an eine formelle Veranstaltung und sehr zeitgemäss. «Wenn ich mich recht erinnere, hatte damals niemand etwas dagegen, im Smoking zu erscheinen, aber das sollte sich, wie so vieles andere auch, später ändern.», führte Farnon fort.
March 1972
Frauen dominieren die 14. Grammy Awards
Frauen dominierten die Grammy-Verleihung im Jahr 1972 und gewannen alle vier Spitzenkategorien. Carole King wurde für die Platte, das Album und den Song des Jahres ausgezeichnet, während Carly Simon den Preis für die beste neue Künstlerin erhielt.
July 1981
MTV geht live
Das «M» steht für «Music». Auch wenn heute nicht mehr ganz. Die gesamte Welt von allem was mit Musik zu tun hatte, wurde am 31.Juli 1981 bis zur Unkenntlichkeit verändert. Genau um 12.01 Uhr erklangen die Worte «Ladies and Gentlemen, Rock and Roll». Obwohl es ein globaler Game-Changer wurde, waren diese frühen Tage (und Jahre) ziemlich bescheiden. Der Sender war nur in bestimmten Teilen New Jerseys zu sehen und oft war der Bildschirm leer, während MTV-Mitarbeiter die VHS-Videos austauschten, die gerade ausgestrahlt werden sollten.
September 1984
Erstausgabe der MTV Video Music Awards
Die Radio City Music Hall in New York City beherbergte die allererste Verleihung der MTV Video Music Awards. The Cars gewannen den Preis für das Video des Jahres für ihren Song «You Might Think» und setzten sich damit gegen Michael Jackson's «Thriller» durch. Währenddessen gewannen The Beatles den Video Vanguard Award für ihren Beitrag zum Fortschritt des Musikvideos.
September 1984
Madonna's «Like a Virgin»
Madonna war das Gesicht der 1980er Jahre. Was ihre Karriere jedoch wirklich prägte, waren ihre provokanten Texte in Songs wie «Like a Virgin». Verführerisch und etwas unzüchtig, waren viele schockiert über ihre Performance an den MTV Video Music Awards 1984, welche ihren Ruhm in die Höhe schnellen lies. So wurde sie zu einer musikalischen Ikone, doch nicht jeder war beeindruckt.
August 1988
Hip-Hop erhält eigene MTV-Show
Nachdem der Hip-Hop jahrelang von den Mainstream-Medien vernachlässigt wurde, bekommt er seine eigene Sendung auf dem Sender MTV. Die Show mit dem Namen «Yo! MTV Raps» wurde von Doctor Dré, Ed Lover und Fab 5 Freddy moderiert. Das Set unterlief verschiedene Änderungen und war zum Teil einer Strassenszene nachempfunden, um den urbanen Charakter der Sendung zu betonen. Die Gäste sassen auf einer Parkbank und die Wände waren besprüht. Ein fester Bestandteil der Sendung waren Live-Auftritte und Freestyles. Das ursprüngliche Format wurde nach 1995 abgesetzt und unter dem Namen «Yo!» als reine Musikvideo-Show weitergeführt.
September 1995
Eröffnung der «Rock'n'Roll Hall of Fame»
Obwohl auch andere Städte wie Memphis, Detroit, Cincinnati, New York City, Philadelphia, New Orleans, San Francisco und Chicago für den Standort des neuen Rock’n’Roll Museum geprüft wurden, ergab eine Umfrage der USA Today, dass die US-Bevölkerung das Museum in Cleveland haben wollte. Das «Rock’n’Roll Hall-of-Fame Museum» öffnete seine Tore nach einem grossen Event mit einem Konzert und viel Rock’n’Roll Music. Bei dem All-Star-Konzert traten unter anderem Johnny Cash, Bob Dylan, Aretha Franklin, Iggy Pop und Bruce Springsteen auf.
June 1998
Amazon verkauft Musik online
An diesem eher unbedeutenden Tag im Jahr 1998 änderte sich die Welt ein wenig für immer. Jeff Bezos beschloss mit seiner kleinen Website, auf der er Bücher über das Internet verkaufte, es mit den Giganten wie CDNow und Music Boulevard aufzunehmen, in dem er begann, Musik über das Internet zu verkaufen.
January 1999
Fusion von Universal und Polygram
Die internationalen Musikunternehmen «Polygram» und «Universal» fusionierten Ende der 1990er Jahre zur «Universal Music Group» (UMG). Die Fusion der beiden grossen Plattenfirmen führte zu einem Umbruch in der Plattenindustrie. Schätzungen zu Folge kontrollierte der neue Konzern ca. 25 Prozent des weltweiten Musikmarktes.
May 1999
Die Geburt von Napster
Der Download-Service «Napster», versorgte allein im Jahr 2000 geschätzte 100 Millionen Nutzer mit kostenloser Musik. Damit wurde das Ende der traditionellen Musikformate markiert. Der Aufstieg der File-Sharing-Website hatte einen erschütternden Einfluss auf die Musik- und Digitalindustrie. Trotz Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen, jedoch kann gesagt werden, dass der Aufstieg von Napster und des Internets insgesamt eine Plattform bildete, die plötzlich einen einfachen Zugang zu ehemals teuren Methoden der Musikbeschaffung ermöglichte. Die Musikindustrie war nicht in der Lage, den Giganten des Musikdownloads zu bezwingen, also musste sie sich anpassen. Das Ergebnis: Live-Auftritte lösten den Plattenverkauf als Haupteinnahmequelle ab.
October 2001
der erste iPod von Apple
Jede Ära der Musikgeschichte hat ihre eigene Technologie, die die Art und Weise, wie Menschen Musik hören, veränderte. Dieses Mal war es der iPod, der erste tragbare MP3-Player von Apple, der zum Mainstream wurde. Der iPod jenes Jahres nutzte ein Scrollrad, um auf die damals riesige Sammlung von Musikdateien (5-Gigabyte und 10-Gigabyte) zuzugreifen. Das Gerät machte digitale Musik um einiges populärer als CDs. Und es war ein Hauptgrund für den späteren Rückgang der CD-Verkäufe. Die Leute wollten die kleinstmöglichen Gadgets. Steve Jobs und Apple Inc. steckten im Grunde die Welt in jedermanns Tasche.
June 2002
«American Idol» geht an den Start
Die amerikanische TV-Serie «American Idol», in der aufstrebende Sängerinnen und Sänger um einen Plattenvertrag und eine Chance auf Superstarstatus kämpften, war nur die erste ihresgleichen. Ihre drei ursprünglichen Juroren waren Paula Abdul, Randy Jackson und Simon Cowell. Die Show ermöglichte es normalen Menschen, die den Mut und die Entschlossenheit hatten, aber nicht über die nötigen Verbindungen verfügten, berühmt zu werden. Seither brachte die Show mehrere Superstars hervor, wobei ihre erste Gewinnerin Kelly Clarkson war.
April 2003
Music Store «iTunes» von Apple
Mit mehr als 200'000 Titeln aus allen Bereichen der Musik startete das Projekt von Apple. Dies ist das Apple Pendent zu Spotify und stellte durch das DRM-System FairPlay sicher, dass sich die Musik, abgesehen von selbstgebrannten CDs, nur mit iTunes, Apple TV, dem iPhone und allen iPods abspielen lässt. So wurde der iTunes Music Store von Apple auch als Marketingplattform für den iPod und auch die eigenen Computer verwendet.
October 2008
Spotify erscheint in den USA
Sein Debüt in den USA feierte der schwedische Dienst «Spotify» im Juli 2008. Der Streaming-Dienst entwickelte sich zu einem der beliebtesten Musikplattformen. Bis Ende 2019 zog der Dienst weltweit 248 Millionen Nutzer an.
February 2009
Fusion der Ticketgiganten
Ticketmaster und Live Nation fusionierten zu einem Live-Event-Giganten namens «Live Nation Entertainment». Im Januar 2010 genehmigte das US-Justizministerium die umstrittene Fusion zwischen den beiden grössten Akteuren im 4,4 Milliarden Dollar schweren globalen Live-Musikgeschäft.
November 2010
Beatles-Katalog auf iTunes
Die Beatles kamen endlich im mp3-Zeitalter an, als sie ihren Musikkatalog, unter anderem aufgrund von Namensstreitigkeiten mit ihrem Multimedia-Unternehmen, auf iTunes stellten. Nach dem sie sich lange Zeit von Apple ferngehalten hatten, verkaufte die Gruppe bei ihrem iTunes-Debüt innerhalb der ersten Woche 2 Millionen Songs und fast eine halbe Million Alben. Damit bestätigten sie die Unvermeidlichkeit, dass alle grossen Künstler des Vinylzeitalters irgendwann auf das digitale Medium umsteigen würden. Es dauerte jedoch nochmals ein halbes Jahrzehnt, bis die Beatles auch auf Spotify zu hören waren.
January 2011
Doug Morris als Universal-CEO abgelöst
Es war das Ende einer langen Amtszeit von Doug Morris, als er von Lucian Grainge als Chef von Universal Music International abgelöst wird. Die Amtszeit von Morris umfasste eine der erfolgreichsten Epochen in der Geschichte des Labels. Später, im selben Jahr, wechselte Morris an die Spitze von Sony Music und ging als einziger Plattenmanager, der alle drei grossen Labels leitete, in die Geschichte ein. Doch Grainge erwies sich als ebenso geschickt wie Morris, wenn es darum ging, das Unternehmen zu leiten, insbesondere in der schwierigen Zeit mit dem Aufstieg der digitalen Medien. So wurde Grainge fünf Jahre später von der Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.
April 2011
Premiere von «The Voice»
Die neue Reality-Musik-Wettbewerbsshow «The Voice» trat an, um die Beliebtheit wieder anzukurbeln, als die Einschaltquoten und der Einfluss von American Idol zu schwinden began. The Voice verzichtete auf komische Peinlichkeiten der früheren Idol-Runden und brachte so eine sanftere Note in das TV-Format, wobei die Jury als «Coaches» eingesetzt wurden.
January 2012
Musikpiraterie in Hintergrund gedrängt
Filesharing-Plattformen zwangen die Plattenfirmen fast in die Knie, als der Musik-Piraterie, welche von der Musikindustrie bekämpft wurde, eine Reihe selbstverschuldeter Fehltritte und kurzsichtiger Irrtümer unterschlichen. Der Piraterie-Hub «MegaUpload» wurde schliesslich von der US-Staatsanwaltschaft geschlossen und ihr Anführer Kim Dotcom wurde verhaftet. Dieser Moment wurde als bedeutender Coup angesehen und trug zusammen mit dem Aufstieg der Streaming-Dienste dazu bei, dass die Musikpiraterie nach einem jahrzehntelangen Kampf weitgehend in den Hintergrund gedrängt wurde.
February 2012
Durchbruch von Lip-Synch-Videos
Seit dem Aufstieg von «Musical.ly» und «Lip Sinc Battle» gewannen Lip-Synch-Videos immer mehr an Popularität. Den ersten greifbaren Erfolg hatten die Lip-Synch-Videos mit der Durchbruchssingle «Call Me Maybe» des kanadischen Popstar Carly Rae Jepsen. Die Single erhielt einen Schub, als Justin Bieber neben Stars wie Selena Gomez und Ashley Tisdale in solch einem veröffentlichten Video zu sehen war. Dank dem Lip-Synch-Video wurde der Song zu einem viralen Erfolg.
July 2012
Gangnam Style
Es gibt populäre und es gibt virale Hits. Und dann gibt es noch allgegenwärtige Hits wie Psy’s «Gangnam Style», der hunderte von Millionen Menschen mit der koreanischen Popmusikszene über ein Musikvideo und einen globalen Tanzwahn vertraut machte. Am 21. Dezember 2012 wurde das Musikvideo, das erste YouTube-Video, das eine Milliarde Aufrufe erreichte. Die weltweite Popularität des Videos war eine Fallstudie für die Macht und Unberechenbarkeit von viralen Internetinhalten.
March 2013
Let's do the «Harlem Shake»
Um den Prozentsatz des nationalen Musikkonsums durch YouTube nicht zu vernachlässigen, kündigte Billboard an, dass sie ihre Charts-Formulierungen ändern würden, um die YouTube-Streaming-Zahlen zu berücksichtigen. Die Auswirkung auf die Charts war unmittelbar und seismisch: «Harlem Shake», zuvor ein unbedeutender Underground-Dance-Hit von DJ Baauer aus Brooklyn, sprang auf Platz 1 der Charts. Dies dank einem viralen Video-Meme, zu welchem der Hit den Soundtrack lieferte. Der Song war damit beliebtester Song des Landes, obwohl die meisten Top-40-Sender noch nichts von seiner Existenz wussten. Das Radio konkurrierte ab diesem Punkt mit dem Internet als wichtigster Motor für Popstars.
May 2014
Apple erwirbt Beats Music
Die Marke «Beats» war zum Synonym für Kopfhörer geworden als Dr. Dre und Jimmy Lovine, Mitgründer von Interscope, an der Spitze des neuen Audiotrends standen. Die Welt wusste, dass Steve Jobs Unternehmen etwas Grosses vorhatte, als Apple Beats Electronics und den damals aufstrebenden Streaming-Dienst «Beats Music» für drei Milliarden US-Dollar kaufte. Die Übernahme von Dr. Dre und Lovine schlug in der gesamten Musiklandschaft hohe Wellen. Mit dem Deal wurde der Weg geebnet für den späteren Start von «Apple Music», das sich seither zum zweitgrössten Streaming-Dienst, hinter Spotify, der Welt entwickelt hat.
June 2014
Shawn Mendes Durchbruch
Mittels der Social-Media-App «Vine» startete die Karriere des heutigen Superstars Shawn Mendes. Der kanadische Teenager erreichte eine halbe Milliarde Views auf seinen Sechs-Sekunden-Covern von Justin Bieber und Ed Sheeran. 2013 wurde er dadurch von einem Künstlermanager entdeckt und zu dem Megastar der er heute ist avanciert. Im Sommer 2014 veröffentlichte er seine erste eigene Single «Life of the Party». Er wurde der jüngste Debütant in den Top 25 der US Billboard Hot 100.
September 2014
U2's Albumveröffentlichung geht schief
Das Album «Songs of Innocence» der Rockgötter U2 wurde auf eine äusserst zukunftsweisende Weise veröffentlicht. Die Band ging eine Partnerschaft mit Apple ein, wobei das Album auf dem neuen iPhone 6 vorinstalliert war und so den Käufern geschenkt wurde. Obwohl die Aktion als Geschenk gedacht war, wurde sie von Kunden als Invasion empfunden, die das Album vielleicht gar nicht haben wollten und es überraschend schwer fanden, es von ihren neuen Telefonen zu löschen. Die Gefahren einer Einbettung von Musik in die Technologie wurden durch diese fehlgeschlagene Strategie aufgezeigt.
November 2014
Taylor Swift im Streit mit Musik-Streaming
Als Protest gegen das kostenlose Angebot der Streaming-Dienste, zog Taylor Swift abrupt ihren gesamten Katalog von Spotify ab. Sie schrieb eine Botschaft an die Welt: «Musik ist Kunst, und Kunst ist wichtig und selten. Wichtige, seltene Dinge sind wertvoll. Wertvolle Dinge sollten bezahlt werden.» Der Superstar kehrte 2017 zu Spotify zurück, aber ihre vorübergehende Abwesenheit veranlasst die Branche, einen Schritt zurückzutreten und zu erkennen, wie viel Macht Künstler in der Streaming-geführten Ära wirklich ausüben können.
March 2015
Carpool Karaoke
James Corden führte in seiner Show «The Late Late Show with James Corden» ein neues Format ein – Carpool Karaoke. Erster Gast der Reihe war Mariah Carey. Die minutenlange «Carpool Karaoke»-Reihe wurde ein Riesenerfolg und 2016 von Apple Music in einem exklusiven Lizenzvertrag aufgekauft, was auf eine vielversprechende Zukunft für Musik in unkonventionellen neuen Medienformen hindeutete.
March 2015
«Tidal» Launch-Event
Jay-Z kaufte für 56 Millionen US-Dollar einen norwegischen Abo-Streaming-Dienst, der als Tidal bekannt war. Der Launch-Event begann mit einer der am meisten Stars besetzten Pressekonferenzen des letzten Jahrzehnts. Jay-Z wurde gemeinsam mit 15 Musikern, darunter Ehefrau Beyoncé sowie Rihanna, Kanye West, Daft Punk, Nicki Minaj, Chris Martin, Calvin Harris, Deadmau5, Jason Aldean, J. Cole, Madonna, Jack White, Arcade Fire, Alicia Keys und Usher, als Miteigentümer der Streaming-Plattform vorgestellt. Dies liess schnell die Kritik aufkommen, dass Tidal eher ein Club für die Musikelite sei, als ein von Künstlern unterstützter Dienst, der unabhängige und kämpfende Musiker fördern würde. Es war der Beginn einer holprigen Reise für den Streaming-Dienst, der seit dem Neustart drei CEOs hatte und damit zu kämpfen hatte, seine bezahlte Abonnentenbasis aufzubauen. Bei der letzten offiziellen Zählung hatte Tidal schätzungsweise 1 Million bezahlte Nutzer, verglichen mit den 50 Millionen des Marktführers Spotify.
June 2015
Taylor Swift's Brief an Apple
Der Launch von Apple Music am 30. Juni wurde von vielen erwartet, und die Entscheidung des Unternehmens, in den ersten drei Monaten kostenlose Testversionen anzubieten, wurde als einfache Möglichkeit angesehen, die Funktionalität des Dienstes bei den Nutzern zu testen. Apples Entscheidung, in diesem Zeitraum keine Tantiemen zu zahlen, hat jedoch den Zorn vieler Menschen auf sich gezogen. Allen voran Taylor Swift, die im Namen ihrer Musikerkollegen einen offenen Brief schrieb, in dem sie diese Entscheidung anprangerte und ankündigte, dass sie ihr Album «1989» nicht über den Dienst veröffentlichen würde. Noch am selben Tag änderte Apple seinen Kurs. Apple versprach, Tantiemen zu zahlen, und schloss eine Partnerschaft mit dem Superstar ab, die zu einer Konzertdokumentation der «1989 World Tour» und einer Reihe von humorvollen Werbespots für den Streaming-Dienst führte.
June 2015
Veröffentlichung von Apple Music
Apple stellte sein lang geplantes Projekt Apple Music vor. Einen Abo-Musik-Streaming-Dienst, der genau das Gleiche macht wie Spotify, wie Tech-Kritiker betonten. Enttäuscht tweetete Daniel Ek, Gründer von Spotify: «Oh ok.» Aber Apples Rivale erwies sich als Hit, da das Unternehmen seine Hardware- und Softwareangebote für die Nutzer geschickt kombinierte und der Welt ausserdem signalisierte, dass die Streaming-Industrie ein Spiel für zwei Spieler sein kann.
June 2015
Apple startet Radiosender
Mit dem Ziel, das Radio für das digitale Zeitalter völlig neu zu gestalten, startete Apple seinen Radiosender «Beats 1» mit Sitz in Los Angeles, New York und London. Moderiert wurde der Sender von den Star-DJ's Zane Lowe, Ebro Darden und Julie Adenuga und sorgte damit für einen grossen Hype und grosses Interesse in der Branche.
October 2015
Kanye West kündigt Präsidentschaftskandidatur an
«Und ja, wie ihr in diesem Moment wahrscheinlich schon erraten habt, habe ich beschlossen, 2020 für das Präsidentenamt zu kandidieren.», damit beendete West seine Rede an den MTV Video Music Awards 2015. Die meisten Zuschauer hatten es zwar nicht erraten, aber sie waren dennoch bereit, Kanye für bare Münze zu nehmen. Während seiner epischen Rede blickte er auch auf seinen Zusammenstoss mit Taylor Swift bei den Awards sechs Jahre zuvor zurück und forderte die Branche mit den Worten auf: «Hört auf die Kinder, Bruder!». Der Monolog beherrschte die Diskussion über die VMAs '15 und brachte den Kanye-Kult auf einen Fieberpegel. Zunehmend liess der Auftritt die Menschen darüber nachdenken, ob seine Kandidatur tatsächlich möglich, wenn nicht sogar wünschenswert, wäre.
February 2016
SFX meldet Konkurs an
Die explosionsartige Zunahme der Popularität von Dance-Musik in den Vereinigten Staaten um die Jahrtausendwende brachte Begeisterung mit sich. Und damit eine Welle neuer Künstler, wobei Robert Sillerman und seine wiedergeborene SFX Entertainment an der Spitze des EDM-Goldrauschs standen. Das Unternehmen verbrachte vier Jahre damit, kleinere Veranstalter und Festivals aufzuschnappen und ein wahres Tanzmusik-Konglomerat mit einem Download-/Streaming-Service und einer Künstlermanagement-Abteilung zu schaffen. Im Oktober 2013 ging das Unternehmen zu einem Preis von 12 Dollar pro Aktie an die Börse und schon zwei Jahre später verblasste das grosse EDM-Geschäft, und der SFX-Traum war ausgeträumt. Die Aktie stand bei 0,05 Dollar, das Unternehmen war insolvent und Sillerman zum Ausstieg gezwungen.
June 2016
Christina Grimmie nach Konzert attackiert
Nachdem Christina Grimmie, ehemalige Kandidatin bei «The Voice», ein Konzert in Orlando, Florida gab, wurde sie bei einem Meet&Greet von dem 27-jährigen Kevin James Loibl angegriffen. Loibl schoss mehrfach auf Grimmie, wobei sie durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde. Der Täter wurde unmittelbar nach der Schussabgabe durch Grimmie’s Bruder zu Boden gerungen, wobei er sich jedoch befreien konnte und sich selbst erschoss. Christina Grimmie`s Tod wurde später in einem Krankenhaus festgestellt.
August 2016
Frank Ocean's Doppelschlag
Frank Ocean veröffentlichte sein Album «Endless» exklusiv auf Apple Music. Diese Veröffentlichung erfüllte auch die vertragliche Verpflichtung gegenüber der Universal Music Group. Einen Tag später veröffentlichte er jedoch ein zweites Album «Blonde», nicht exklusiv auf Apple Music, das von Kritikern allgemein als das bessere Album gelobt wurde. Aufgrund der fehlenden Beteiligung des Labels spielte «Blonde» dem Künstler somit einen weitaus grösseren Teil der Tantiemen ein. Darauf reagierte der Vorsitzende von Universal, indem er Streaming-Exklusivangebote bei dem Musikunternehmen sofort verbot. Somit wurde eine Strategie in der Industrie zunichte gemacht, auf die Musik-Labels fast das ganze letzte Jahr über scharf waren.
October 2016
Sony Music erhält neuen CEO
Wie bereits erwartet, wurde der Chef von Columbia Records, Rob Stringer, zum neuen CEO von Sony Music Entertainment ernannt. Bei Columbia hatte Stringer mit Künstlern wie Adele, Beyoncé, Daft Punk, David Bowie und One Direction unter seiner Führung eine grosse Erfolgsserie. Er tratt damit die Nachfolge von Doug Morris, den langjährigen Manager der Branche, als CEO an.
August 2017
Gucci Gang erobert SoundCloud
Der zweiminütiger Tune «Gucci Gang» von Lil Pump schaffte es, die perfekte Balance zwischen Unschuld und Respektlosigkeit zu finden. Indem er jeden ansprach, schaffte es «Gucci Gang» innerhalb weniger Monate von einem selbstveröffentlichenden SoundCloud-Rapper zu einem Major-Label-Künstler. Das war ebenso ein Beweis für den Erfolg der DIY-Plattform (Do-it-Yourself) SoundCloud wie für die Goldgräberstimmung in der Branche für neue Rap-Talente.
December 2017
Streaming führende Vertriebsform
Streaming hat in diesem Jahr erstmals mehr Geld für die US- Musikindustrie generiert als alle anderen Vertriebsformen. Das wird bekannt, als die Recording Industry Association of America (RIAA) ihre Zahlen veröffentlichte. Das neue Kräfteverhältnis sorgte bei den traditionellen Musikunternehmen zunächst für viel Kopfzerbrechen, doch die meisten haben ihre Anstrengungen und Budgets entsprechend umverteilt.
April 2018
Spotify geht an die Börse
Sechseinhalb Jahre nachdem das schwedische Unternehmen den Dienst erstmals in den Vereinigten Staaten vorgestellt hatte, wurde Spotify offiziell als börsennotiertes Unternehmen an der New Yorker Börse notiert. Es war ein bedeutendes Ereignis für das Streaming-Ökosystem. So begannen Investoren herauszufinden, was ein reines Streaming-Unternehmen, das noch nie einen Gewinn gemacht hatte und ohne bankgestützten Börsengang an die Börse ging, wirklich wert war. Und obwohl mehrere hochrangige Führungskräfte kurz nach der direkten Börsennotierung das Unternehmen verliessen und der Aktienkurs mit den Launen des Marktes schwankte, blieb das Unternehmen stark und schrieb im dritten Quartal 2019 zum ersten Mal in seiner Geschichte schwarze Zahlen.
April 2018
«Danke Kanye, sehr cool!»
Es ist schwer, nur einen Moment aus diesem Jahrzehnt herauszupicken, in dem Kanye West's politische und ideologische Zugehörigkeit für viele seiner langjährigen Fans besonders beunruhigend wurde. Doch einer der krassesten Moment kam im April 2018. Der Rapper tweetete über Präsident Trump: «Der Mob kann mich nicht dazu bringen, ihn nicht zu lieben. Wir sind beide Drachenenergie. Er ist mein Bruder.». Ein Twitter-Nutzer antwortete darauf mit: «Danke Kanye, sehr cool!». Der Fünf-Wort-Satz wurde zu einer Ikone dafür, wie weit der Rapper in den Augen der linksgerichteten Nutzer gefallen war, und wurde sogar ohne weiteren Kontext in der Endzeit-Hymne «Love It If We Made It» der Alt-Pop-Band, The 1975, zitiert.
May 2018
«This Is America» debütiert bei SNL
Ein neuer sozial bewusster Hip-Hop-Superstar hatte seinen Moment der Krönung. Childish Gambino, alias der Film- und Fernsehstar Donald Glover, hatte sich im Laufe des Jahrzehnts vom Mixtape-Rapper zum Grammy-Gewinner entwickelt. Seinen grössten Erfolg feierte er jedoch, als er bei «Saturday Night Live» (SNL) auftrat und seine neue Single «This Is America» vorstellte, zu der er auch das kontroverse Video präsentierte. Der Clip löste mit seiner Mischung aus stilisierter Choreografie und der erbarmungslosen Darstellung von Gewalt, zwischen Schwarzen, viele Debatten aus. Die Single wurde zu einer Sensation und katapultierte auf Platz 1 der Billboard.Hot-100-Charts. Es war ein seltener Protestsong, der in einer turbulenten kulturellen Zeit die Charts anführte.
June 2018
Drake setzt Streaming-Meilenstein
Das fünfte Studioalbum «Scorpion» des kanadischen Rappers Drake überquert einen Meilenstein. Die Platte wird die erste, die 1 Milliarde Streams in einer einzigen Woche erreichte. Es ist ein Doppelalbum, das aus 25 Tracks besteht. Die erste Scheibe ist hauptsächlich Hip-Hop, während die zweite Scheibe als R&B und Pop beschrieben wurde.
August 2018
TikTok fusioniert mit Musical.ly
«Musical.ly» tauchte Anfang des Jahrzehnts als neue Social-Media-Plattform für Jugendliche auf, wo sie virale Videos mit Musik erstellen und mit kreativen Tänzen oder Memes abheben und über Nacht berühmt werden konnten. Der Dienst wurde von dem chinesischen Unternehmen «ByteDance» aufgekauft und mit dem bereits bestehenden «TikTok» verschmolzen. So erhielt das Format einen neuen Aufschwung und führte zu einer ganz neuen Generation von Stars, die sich auf diese Weise kreativ ausdrücken konnten. Trotz der regulatorischen Bedenken, die in den letzten Wochen in den USA auftauchten, blieb TikTok bestehen. Die Verwendung von Musik in den viralen Clips hatte bereits begonnen, die Billboard-Charts regelmässig zu beeinflussen.
January 2019
viral dank TikTok
Mit einer Milliarde Downloads der App im Jahr 2018 bewies TikTok, dass es mehr als ein Fleck auf dem Radar der Musikindustrie ist. Die Social-Media-App, in der Nutzer vertonte Videos erstellen, ist gross genug, dass jeder, vom Amateurkünstler bis zum Major-Label, viral gehen kann. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Hits und Musiker, die mit Hilfe der App ihren Durchbruch schafften.
April 2019
jüngste Künstlerin an Chartspitze
An der Spitze der Billboard-Charts im Jahr 2019 war eine Jugendbewegung mit Hits von Künstlern wie Lil Nas X, Khalid und Shawn Mendes. Die Anführerin war zweifellos Billie Eilish, die mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums «When We All Fall Asleep, Where Do We Go?» den Status eines Superstars erreichte. Das Album sorgte sowohl bei den Verkaufszahlen als auch bei den Streams für Furore. Ihr Song «Bad Guy» brachte ihren ersten Nummer-1-Hit in den Hot-100-Charts hervor. So wurde Eilish im Alter von 17 Jahren zur ersten Künstlerin, die seit der Jahrtausendwende geboren wurde, welche die Spitze der Billboard-Charts erreichte und zur jüngsten Künstlerin insgesamt seit Demi Lovato zehn Jahre zuvor. Die Ablösung in der Popmusik für das nächste Jahrzehnt war offiziell eingeleitet.
May 2019
K-Pop in Amerika
BTS, eine koreanische Gruppe bestehend aus sieben Mitgliedern, wurde als Act ausgewählt, um die Sommerkonzertreihe von «Good Morning America» zu eröffnen. Ein Auftritt, für den viele aufstrebende Pop-Acts in den Staaten töten würde. BTS ist nicht nur die erste koreanische Gruppe, die auf eine ausverkaufte US-Stadiontournee ging, sondern schaffte es auch in die Shows von «Saturday Night Live» und «The Late Show with Stephen Colbert» sowie in das Lineup der Billboard Music Awards.
June 2019
Brand bei Universal
Ein Feuer bedrohte im Jahr 2008 Lagerhallen auf dem Geländer der Universal Studios. In den Lagerhallen befanden sich tausende Filmrollen und Masterbänder von NBC-Universal und der Universal Music Group (UMG). Damals teilte UMG in Veröffentlichungen mit, dass bei dem Feuer nichts verloren gegangen sei. Doch im Juni 2019 berichtete die New York Times, dass diese Aussagen falsch waren und dass bis zu 500’000 Masterbänder bei dem Feuer zerstört wurden. Unter anderem sollen auch Aufnahmen von berühmten Künstlern wie Chuck Berry, Nirvana und Snoop Dogg verloren gegangen sein. Universal hatte sich heftig gegen den Bericht gewehrt.
August 2019
«Old Town Road» bricht Allzeitrekord
Lil Nas X schaffte es mit seinem Hit «Old Town Road» in die Billboard-Geschichtsbücher einzugehen. Der Song war an der Spitze der Charts für eine Rekorddauer von 19 Wochen. Der Hit nutzte jede Gelegenheit zur Viralität, von TikTok-Memes über schlagzeilenträchtige Remixe bis hin zu Kontroversen in den Charts. Er bewies, dass Ende der 2010er Jahre jeder Song von jedem aus dem Nichts auftauchen und zu einem der grössten Hits aller Zeiten werden kann. Vor allem, wenn der Künstler den modernen Musikkonsum und das Internet im Allgemeinen versteht.
November 2019
Mehr als eine Billion Streams in diesem Jahr
Streaming war zu Beginn der 2010er Jahre mit YouTube, das 2005 ins Leben gerufen wurde, als einzigem echten Dienst der sich dieser Idee widmete, noch ein neues Konzept. Im folgenden Jahrzehnt wurde dank Diensten, wie Spotify, Apple Music, SoundCloud und weiteren, klar, dass Streaming das Ökosystem des Musikhörens und das Musikgeschäft im Allgemeinen dominierte. Die Streaming-Einnahmen übertrafen im Jahr 2017 in den USA zum ersten Mal die Einnahmen aus dem Verkauf. Im November 2019 überschritt die Gesamtzahl der Audio- und Videoabrufe in den USA zum ersten Mal die Marke von einer Billion in einem Kalenderjahr. Ein monumentaler Meilenstein, der in ein paar Jahren sicher schon wieder vergessen sein wird.